Am 25. Januar 2026 würde Herbert Eulenberg seinen 150. Geburtstag feiern. Der Wahl-Kaiserswerther war im ersten Quartal des 20. Jahrhunderts einer der am meisten gelesenen Schriftsteller im Deutschen Reich. Von 1905 bis zu seinem Tod 1949 lebte er mit Ehefrau Hedda in Kaiserswerth im „Haus Freiheit“.
Aus diesem Anlass lädt der Heimat- und Bürgerverein Kaiserswerth e.V. zur festlichen Matinee ein. Genau an seinem Geburtstag findet sie statt, Sonntag, 25. Januar, 11.30 Uhr in der Aula der Kaiserswerther Grundschule, Fliednerstraße 32. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des Vereins, Kerstin Döhler, hält Martin Willems B.A. vom Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf eine Lesung mit Texten und Briefen aus dem Leben und Werk von Herbert Eulenberg. Prof. Dr. Eckard Grunewald wird aus den „Schattenbildern“ vorlesen, mit denen Herbert Eulenberg in sonntäglichen Matineen im Düsseldorfer Schauspielhaus in den 1910er- und 1920er-Jahren berühmt wurde. Dr. Annett Büttner, Historikerin und Archivarin, wird Texte über Eulenberg in Kaiserswerth lesen. Zum Schluss wird noch ein 1946 geführtes Rundfunk-Interview mit Herbert Eulenberg zu hören sein. Begleitet wird dieser Festakt von Kamini Barbara Bovil-Willers mit Block- und Querflöte und von Monika Strahl mit Blockflöte. Zum Anschluss lädt der Verein zu einem Umtrunk und zum Gesprächsaustausch ein.

Geboren ist Herbert Eulenberg in Köln-Mülheim. Beim Jurastudium in Berlin, München, Leipzig und Bonn zeigte er schon schriftstellerische Neigungen. Als Dramaturg in Berlin 1903 knüpfte er Kontakte zu Luise Dumont und Gustav Lindemann und wechselte mit ihnen zum Schauspielhaus nach Düsseldorf. Als Lyriker, Erzähler und Meister in biografischen Skizzen, als Bühnendichter, Dramaturg, Humanist und Pazifist stand er in Verbindung mit vielen deutschen Künstlern aller Kunstrichtungen. Seine Frau Hedda, eine sprachlich begabte Übersetzerin, war auch eine hervorragende Gastgeberin. 1905 bezogen sie das „Haus Freiheit“ in Kaiserswerth am Burgwall. Kaiserswerth wurde ein Treffpunkt der damaligen Künstlerwelt verschiedenster Bereiche der Kunst. Ab 1933 stellte sich Herbert Eulenberg gegen das NS-Regime, seine Schriften wurden verboten. Er schrieb aber weiter, „auf Vorrat“, wie er sagte. Unter Pseudonymen veröffentlichte er auch Beiträge in verschiedenen Düsseldorfer Tageszeitungen. Nach dem Ende des Krieges führte er seine schriftstellerische Arbeit fort und im „Haus Freiheit“ traf sich wieder die deutsche Nachkriegs-Künstlerwelt. Hedda Eulenberg berichtet darüber in ihrer Biografie „Doppelglück in Kunst und Leben“.
Herbert Eulenberg war Mitbegründer des Heimat- und Bürgervereins Kaiserswerth e.V. und erster Ehrenvorsitzender. Ein abstürzendes Trümmerstück in Düsseldorf verletzte ihn 1949 schwer, er starb an den Folgen. Im Garten von „Haus Freiheit“ fand das Ehepaar Eulenberg seine letzte Ruhestätte.



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