Kunst und Geschichte im Kaiserswerther Skulpturengarten

Fensterbilder von Maren Heyne. Foto:hs
Fensterbilder von Maren Heyne. Foto:hs

Auf der Alten Landstraße 223 befindet sich eine ganz besondere Kaiserswerther Kostbarkeit mit großer Geschichte und großartiger Kunst. Am Sonntag, den 14. Juli, war diese Sehenswürdigkeit im Rahmen der „offenen Gartenpforte“ wieder einmal der Öffentlichkeit zugänglich. Das Künstlerehepaar Friedrich Werthmann und Maren Heyne hatte sich in den 1960er Jahren dort niedergelassen und das ehemalige „alte Landgericht“ restauriert, als Wohnung, Atelier und Skulpturengarten hergerichtet. 2017 hatten sie es der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz (DSD) im Rahmen der Werthmann-Heyne-Stiftung übertragen.

Der ca. 2500 qm große Garten mit unzähligen großen und kleinen Skulpturen und Kunstwerken, Atelier, Schuppen und Pavillon ist nur an bestimmten Tagen geöffnet. Das nächste Mal wird er am 8. September 2024 zum Tag des offenen Denkmals zu besichtigen sein. Der Garten ist wunderbar hergerichtet und gepflegt, gekrönt von einem großen Apfelbaum und bequem mit verschiedenen Sitzmöglichkeiten ausgestattet.

Im frühen Mittelalter befand sich hier ein Femegericht, ein Schwurgericht für schwere Straftaten wie Mord. Ab 1184 stand hier auch die Walburgiskapelle, die 1336 zur Kaiserswerther Pfarrkirche wurde. 1689 musste sie dem Ausbau der Kaiserswerther Festungsanlagen weichen. Ein Bildstock aus Tuffstein, leider (noch) ohne Ausschmückung, erinnert an diese Zeit. Die Aussegnungshalle des damaligen Friedhofs nutzte Friedrich Werthmann als Werkstatt für seine Skulpturen aus Stahl.

Das heutige Gebäude wurde 1709 als bergisches Landgericht im Barockstil erbaut. Bis in napoleonische Zeit wurde dort Recht gesprochen. In der „wilden“ und kreativen Düsseldorfer Kunstszene der 1950er und 1960er Jahre, insbesondere in der Gruppe 53 und der Künstlervereinigung ZERO, war das Künstlerehepaar mittendrin. Friedrich Werthmann war ein einfallsreicher bildender Künstler mit immer neuen Ideen und nutzte für seine Arbeiten aus Stahl auch Dynamit. Maren Heyne machte sich als Fotografin und mit „Fensterbildern“ einen Namen. Viele bekannte Künstler ließen sich von ihr porträtieren.

Ein 17 m hoher Pylon und ein „Loop“ von Friederich Werthmann. Foto: hs
Ein 17 m hoher Pylon und ein „Loop“ von Friederich Werthmann. Foto: hs

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