Kurz vor Pfingsten ist Dr. Ulrich Lüders, evangelischer Krankenhausseelsorger am Florence-Nightingale-Krankenhaus in Kaiserswerth, offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf hatte gemeinsam mit der Kaiserswerther Diakonie zum Gottesdienst in die Mutterhauskirche und zum anschließenden Empfang in den Theodor-Fliedner-Saal des Krankenhauses eingeladen. Das teilt die Kaiserswerther Diakonie mit. Zahlreiche Weggefährten aus unterschiedlichen Berufs- und Lebensabschnitten waren gekommen, um Danke zu sagen.
Lüders übernahm Liturgie und Predigt selbst. Er erzählte, dass er drei Entwürfe zum geplanten Thema „Gnade” verworfen habe, um zum Anfang zurückzukehren, zu seinem beruflichen Beginn im Wohnheim für Theologiestudenten. Dort hing ein Plakat mit dem ihn prägenden Satz des Philosophen Ernst Bloch „Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen.” Im Krankenhaus-Alltag mit vielen existenziellen Momenten habe sich „die Hoffnung entzündet und oft in ein Dilemma geführt”, schilderte er. Und dennoch sei er mit Bloch überzeugt: „Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern.”
Die Entpflichtung nahm Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth vor, Skriba und Leiterin des Handlungsfelds Seelsorge im Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf. „Ulrich Lüders war über viele Jahre das Gesicht der Seelsorge im Florence-Nightingale-Krankenhaus. Er hat die Seelsorge maßgeblich geprägt”, sagte sie. Er habe gezeigt, dass Krankenhausseelsorge kein „Nebenfach des Klinikbetriebs und kein Nebenfach der Theologie” sei, sondern Kernaufgabe und systemrelevant. „Wir werden dich vermissen. Ich werde dich vermissen. Danke, lieber Uli!”, schloss Schneidereit-Mauth.
Beim Empfang im Theodor-Fliedner-Saal dankten zahlreiche Rednerinnen und Redner, darunter Michaela Kuhlendahl vom Konvent der Evangelischen Krankenhausseelsorge im Rheinland, dessen Vorsitz Lüders im vergangenen Jahr bereits abgegeben hatte. Grußworte hielten unter anderem Claus Scheven und Frauke Müller für den Konvent der Krankenhausseelsorgenden in Düsseldorf sowie Dr. Katrin Stückrath und Hildegard Cohen von der Kaiserswerther Schwesternschaft. Pfarrer Jonas Marquardt dankte im Namen des Vorstands der Kaiserswerther Diakonie und berichtete vom Versuch, die Stellenausschreibung für die Nachfolge zu formulieren. Das erste Ergebnis sei eine „Mischung aus Nachruf und Liebesbrief” geworden, schnell sei klar gewesen, dass Lüders „nicht der Maßstab sein kann für die Ausschreibung.”

NORDBOTE-Newsletter
Neuste Nachrichten für Düsseldorf-Nord und Duisburg-Süd, Events und Angebote jeden Dienstag- und Freitagmorgen direkt in Ihr Mail-Postfach!
