Wie will die Evangelische Kirchengemeinde Lintorf-Angermund in zehn oder zwanzig Jahren Kirche sein, und welche Räume braucht sie dafür? Auf der Gemeindeversammlung Ende Juni stellten der Presbyteriumsvorsitzende Pfarrer Martin Jordan, sein Stellvertreter Christian Lüdecke und Finanzkirchmeisterin Barbara Smaili die Ergebnisse der Gebäudebedarfsanalyse und einer Machbarkeitsstudie vor. Das teilt das Presbyterium der Kirchengemeinde mit.
Die Ausgangslage ist deutlich. Derzeit gehören rund 4.400 Gemeindeglieder zur Kirchengemeinde, bis zum Jahr 2040 wird sich diese Zahl nach den Prognosen nahezu halbieren. Parallel dazu werden die Kirchensteuereinnahmen spürbar zurückgehen. Zugleich hat die Landessynode beschlossen, dass bis 2035 alle kirchlich genutzten Gebäude klimaneutral betrieben und auf den tatsächlichen Bedarf reduziert werden sollen. Für Lintorf-Angermund heißt das konkret, dass von den vorhandenen rund 2.200 Quadratmetern künftig nur noch gut 600 Quadratmeter für die Gemeindearbeit vorgehalten werden.

In einer gemeinsam mit dem Projektbüro Schlünz erarbeiteten Machbarkeitsstudie wurden alle gemeindlichen Standorte betrachtet. Die Gebäudebedarfsplanung geschieht dabei in enger Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Ratingen, mit der Lintorf-Angermund einen Kooperationsraum bildet. Auf der Versammlung stellte das Presbyterium nun grundlegende Weichenstellungen vor. Der Standort am Konrad-Adenauer-Platz soll perspektivisch zum zentralen kirchlichen Ort weiterentwickelt werden, mit denkmalgerechter und energetischer Sanierung von Kirche und ehemaligem Pfarrhaus sowie ergänzenden, neu zu bauenden Gemeinderäumen.
Vom Gemeindezentrum am Bleibergweg will sich die Gemeinde dagegen trennen. Das Gelände soll nicht einfach verkauft, sondern im Wege eines Erbbaurechts, oft auch Erbpacht genannt, für eine wohnbauliche Entwicklung zur Verfügung gestellt werden. Nach Möglichkeit soll dabei ein Investor zum Zuge kommen, der sozialdiakonisches Engagement unterstützt. Auch am Standort „An den Linden“ in Angermund wird eine dauerhafte Verkleinerung der kirchlich genutzten Fläche unumgänglich sein, konkrete Entscheidungen stehen dort aber noch aus. Alle drei Kindertagesstätten auf dem Gemeindegebiet, deren Gebäude der Kirchengemeinde gehören, bleiben erhalten.
Wie es weitergeht, können die Menschen in Lintorf und Angermund mitgestalten. Unter dem Titel „Beteiligungswerkstatt – Zukunftsforum“ lädt die Gemeinde am Samstag, 5. September, von 10 bis 13.30 Uhr in die Kirche Lintorf am Konrad-Adenauer-Platz ein. Gemeinsam soll überlegt werden, welche Räume die Gemeinde künftig braucht, welche Begegnungen und Angebote dort Platz finden sollen und wie ein lebendiger Ort für Glauben, Gemeinschaft und Engagement entstehen kann. Die Ergebnisse fließen in die weitere Planung ein. Erste Gemeindeglieder haben sich bereits angemeldet, weitere Interessierte können sich bei der Kirchengemeinde melden.

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