Das Beste kommt zum Schluss. Nach einer aufregenden Woche im Ferienprogramm der evangelischen Gemeinden im Duisburger Süden Trinitatis, Versöhnungsgemeinde und Rheingemeinde saßen mehr als 60 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren aufgeregt im Huckinger Gemeindezentrum und warteten auf ihren großen Auftritt. Für das, was sie gleich ihren Eltern, Geschwistern und Verwandten zeigen würden, hatten sie eine Woche lang geübt.
Gemeinsam entdeckten sie verborgene Talente, verwandelten sich in Zirkusdirektorinnen, Jongleure, Spaßmacherinnen, Seiltänzer, Zauberinnen und Fakire. Sie liefen über das Drahtseil, über das Nagelbrett und durch das Scherbenbett. Sie trauten sich aufs Einrad und ins Glitzerröckchen, übten laut ins Mikro die nächste Nummer anzusagen und lernten, wie man sich schön verbeugt. Ihre Betreuerinnen und Betreuer lasen vor, zeigten Tricks, gaben Hilfestellung, schnibbelten Gemüse, bauten die Manege auf, hielten Andachten, sangen, klebten Pflaster, schlichteten Streit und begleiteten die Kinder.

Die Pfarrerin der Evangelischen Versöhnungsgemeinde Duisburg Süd, Ulrike Kobbe, die einen Arbeitsschwerpunkt in der Kinder- und Jugendarbeit hat, ist den vielen Leuten dankbar, die zum Gelingen der großen Aktion beigetragen haben. Yvonne Queder, die Jugendleiterin der Gemeinde Trinitatis, habe sich so effektiv um die Anträge auf Förderung der Zirkuswoche gekümmert, dass man sie den Eltern am Ende zu einem wirklich sehr familienfreundlichen Preis anbieten konnte. Presbyterinnen haben organisiert, die Zirkuspädagogen vom Mitmachzirkus Zipfel steuerten Material und Knowhow bei. Bei weiterem Personalbedarf ließen einzelne Leute unter der Woche alles stehen und liegen, um auszuhelfen. Kobbe erzählt von einer Frau, die anrief, um ganz unverbindlich zu fragen, ob man sie an einem von ihrer Firma gesponserten Ehrenamtstag gebrauchen könnte. Als sie von der Zirkuswoche hörte, war sie sofort dabei und gab einen Tag lang alles für die gute Sache.
„Die Jugendlichen im Team haben mich am meisten beeindruckt!“, sagt Ulrike Kobbe. Eine ganze Ferienwoche lang jeden Morgen von acht Uhr anzutreten und sich tüchtig reinzuhängen, damit die Kleinen Spaß haben und gut versorgt sind, das sei keine Kleinigkeit in dem Alter, findet die Pastorin.
Aus ihrer Sicht hat alles wunderbar geklappt. Die große Altersspanne der Teilnehmenden wurde durch individuelle Einheiten ausgeglichen. Die kleinen Sechsjährigen bekamen Möglichkeiten, sich auszuruhen, wenn die Größeren durchpowern wollten. Es ist nichts passiert, was nicht mit ein bisschen Trost, einem Kühlkissen oder einem Pflaster wieder gutzumachen war. Und es hat sogar kleine Wunder gegeben. Kobbe hat mit eigenen Augen gesehen, wie die Kinder mittags Eintopf gegessen haben, in dem Kohlrabi und Möhren drin waren. Gemüse, mehrere Sorten, ohne Gemotze. Für viele Eltern sicherlich ein unfassbarer Vorgang. Im Zirkus, wo die Artisten mittags ordentlich Hunger haben und viel zu besprechen, ist das scheinbar gar kein Problem.
Unfassbar auch, wie friedlich und einträchtig sechzig Kinder während der Vorstellung auf ihren Matten sitzen und zuschauen, bis sie mit ihrem Auftritt dran sind. Auch für dieses kleine Wunder hat Kobbe eine Erklärung: „Die haben ja alle in den vergangenen Tagen schwerpunktmäßig ihre eigenen Nummern geübt. Und jetzt sind sie natürlich sehr gespannt, zu sehen, was die anderen Gruppen auf die Beine gestellt haben.“ Auch beim elterlichen Publikum war die Begeisterung groß. „Ich hätte gewettet, dass mein schüchterner Sohn sich nicht auf die Bühne traut“, sagt eine Mutter ganz gerührt, „und jetzt zaubert er und balanciert vor all den Leuten hier, als wäre das ganz selbstverständlich.“

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