Kiefernschnitt bewahrt die japanische Gartenkunst im Nordpark

Die im Niwaki-Stil geformten Schwarzkiefern gehören zu den prägendsten Gestaltungselementen des Japanischen Gartens im Nordpark. Foto: saiko3p/Depositfoto
Die im Niwaki-Stil geformten Schwarzkiefern gehören zu den prägendsten Gestaltungselementen des Japanischen Gartens im Nordpark. Foto: saiko3p/Depositfoto

Im Japanischen Garten des Nordparks beginnen in der kommenden Woche die jährlichen Pflegearbeiten an den charakteristischen Form-Kiefern. Das teilt die Stadt Düsseldorf mit. Die traditionelle japanische Schnitttechnik, das sogenannte Mekiri, erhält die markanten teller- und wolkenförmigen Astetagen der Bäume. Voraussichtlich zwei Wochen lang sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gartenamtes gemeinsam mit der Bonsaiwerkstatt Düsseldorf im Einsatz.

Beim Mekiri werden die frischen Triebe der Kiefern zurückgeschnitten oder entfernt. An den Schnittstellen entstehen bis zum Spätsommer neue Knospen, die Verzweigung wird mit der Zeit dichter. Zusätzlich zupfen die Fachleute ältere Nadeljahrgänge aus. So gelangt mehr Licht in das Innere der Äste, die Belüftung verbessert sich und das Risiko pilzlicher Erkrankungen wie der Kiefernschütte sinkt.

Die im sogenannten Niwaki-Stil gezogenen Schwarzkiefern gelten als besonders pflegeintensiv. Sie reagieren empfindlich auf veränderte Umweltbedingungen und Extremwetter infolge des Klimawandels und werden dadurch anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Anders als in europäischen Gärten steht in der japanischen Gartenkunst nicht die natürliche Wuchsform der Bäume im Mittelpunkt. Durch regelmäßigen Schnitt entstehen Baumformen, die an Wolken erinnern und die Harmonie zwischen Natur, Wasser, Stein und Pflanzen unterstreichen.

„Der Japanische Garten ist ein einzigartiges Kulturdenkmal und ein sichtbares Zeichen der engen Verbundenheit zwischen Düsseldorf und Japan. Die Pflege der Niwaki bewahrt nicht nur die besondere Ästhetik der Anlage, sondern trägt auch dazu bei, ihren wertvollen Gehölzbestand langfristig zu erhalten”, sagt Umweltdezernent Jochen Kral.

Der Japanische Garten wurde 1975 als Geschenk der japanischen Gemeinschaft an die Landeshauptstadt übergeben, im Mai 2025 feierte er sein 50-jähriges Jubiläum. Die rund 5.000 Quadratmeter große Anlage des japanischen Gartenarchitekten Iwaki Sentarō gilt als eines der bedeutendsten Beispiele japanischer Gartenkunst in Deutschland und steht seit dem Frühjahr 2025 in der Denkmalliste der Landeshauptstadt.

Foto: saiko3p/Depositfoto
Foto: saiko3p/Depositfoto

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