Kaiserswerth feiert Herbert Eulenberg zum 150. Geburtstag

Die Büste von Herbert Eulenberg an der Burgallee. Foto: ah
Die Büste von Herbert Eulenberg an der Burgallee. Foto: ah

Am 150. Geburtstag des Dichters, Dramaturgen und Schriftstellers Herbert Eulenberg veranstaltete der Heimat- und Bürgerverein Kaiserswerth eine Matinee in der Aula der Grundschule. Unter den gut 150 Gästen war auch Uda Eulenberg mit ihrem Sohn Raul.

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des Vereins berichtete Martin Willems B.A. vom Heinrich-Heine-Institut in einer mit Folien (Fotos, Faksimile, Urkunden) unterstützten Lesung von Briefen und Texten über Leben und Werk des am 25. Januar 1876 in Köln-Mülheim geborenen und von 1905 bis 1949 in Kaiserswerth lebenden Dramaturgen. Rund tausend Briefe haben sich das Ehepaar Hedda und Herbert Eulenberg geschrieben.

Prof. Dr. Eckard Grunewald las Texte aus Eulenbergs sonntäglichen Morgenfeiern und dem Buch „Schattenbilder“. Damit hatte er ab 1906 großen Erfolg mit der Beschreibung von Persönlichkeiten in freier Erzählung. Sie erschienen in drei Bänden gedruckt, mit Neuauflagen bis in die 2010er Jahre. Die Kaiserswerther Historikerin und Archivarin Dr. Annett Büttner betrachtete Kaiserswerth in der Zeit, als Herbert Eulenberg hier lebte.

Der vierte Beitrag war das Abspielen eines zehnminütigen Radiointerviews aus dem Jahre 1946: „Herbert Eulenberg: Ein unbeugsamer Künstler im Nationalsozialismus“. Eulenberg hatte unbeschränkten Humor, trat elegant auf mit Monokel und Nelke, verehrte schöne Frauen, war gutem Rebsaft nicht abgeneigt. So beschreibt ihn „ganz menschlich gesehen“ sein enger Freund, der Maler Rudi vom Endt.

Eulenbergs Frau Hedda war eine geistreiche, charmante, temperamentvolle und gute Gastgeberin. Haus Freiheit, direkt am Rhein gelegen, war häufig Treffpunkt vieler und unterschiedlichster Künstler. Die Sommerpartys dort waren legendär. Wenn Heinz Rühmann kam, standen die Schülerinnen des Suitbertusgymnasiums vor dem Gartentor, um ihrem Idol zuzuwinken.

Eulenbergs Tod am 4. September 1949 war tragisch. Als Gegner der NS-Herrschaft und überzeugter Pazifist starb er an den Folgen des Zweiten Weltkriegs. Bei einem Gang zur Bibliothek in Düsseldorf traf ihn ein Trümmerteil eines zerbombten Hauses, eine Verletzung mit Todesfolge.

Die Veranstaltung gab einen umfassenden Überblick über das Werk, die Arbeit und das Leben von Herbert Eulenberg. Musikalisch begleitet wurde sie von Kamini Barbara Bovil-Willers mit Block- und Querflöte und von Monika Strahl mit Blockflöte. Die Matinee klang in den mit einer Büste und Bildern aus dem Leben des Künstlers ausgeschmückten Museumsräumen bei einem Glas Wein, Salzgebäck und guten Gesprächen aus.

Prof. Dr. Eckard Grunewald bei seinem Vortrag Foto: ah
Prof. Dr. Eckard Grunewald bei seinem Vortrag Foto: ah
Dr. Annett Büttner bei ihrem Vortrag. Foto: ah
Dr. Annett Büttner bei ihrem Vortrag. Foto: ah

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