Pläne des Unternehmens „Open Grid Europe“ (OGE), eine CO₂-Pipeline durch den Duisburger Stadtwald zu verlegen, stoßen auf viel Kritik – unter anderm in der Bezirksvertretung (BV) Süd (https://nordbote.de/heftige-kritik-in-der-bv-geplante-co2-trasse-wuerde-viel-wald-zerstoeren). „Wir appellieren an die OGE, ihre Pläne zu überdenken und endlich mit der Stadt Duisburg zusammenzuarbeiten“, schreiben mehrere Fraktionen in der BV sowie Einzelmandatsträger jetzt in einem Statement. Am Dienstag, 25. August, informiert OGE von 16 bis 19 Uhr im Steinhof in Huckingen über das das Projekt „Delta Rhine Corridor“ und stellt sich den Fragen aus der Bevölkerung.
Die Fraktionen SPD, CDU und Bündnis90/Die Grünen in der Bezirksvertretung Süd sowie die fraktionslosen Bezirksvertreter Simon Leese (JuDu) und Dominik Achternbosch (Die Linke) erklären in dem Statement, warum sie das Bauprojekt ablehnen:
- Sechs Kilometer der Leitung sollen insgesamt durch Duisburger Waldgebiet führen. Bei einem Arbeitsstreifen von 28,5 Meter würden somit insgesamt 17 Hektar Duisburger Wald und knapp 169.000 Quadratmeter Laubholzbestände wegfallen. „Dadurch, dass die Ersatzpflanzungen nicht in Duisburg angedacht sind, wäre dieser Waldverlust dauerhaft und irreversibel. Für jede Kommune wäre dieser Waldverlust drastisch, aber gerade für die waldarme Stadt Duisburg wäre der Wegfall von so vielen Hektar Wald und Natur höchst dramatisch.“ Intakte, alte Waldbestände seien für Duisburg unverzichtbar – ein Verlust dieser Größenordnung stünde damit im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen, denen das Projekt eigentlich dienen soll. Im Süden wären hiervon große Teile der vorhandenen Waldflächen in Großenbaum und Mündelheim betroffen. Darüber hinaus würde die geplante Trasse im Süden durch das Naturschutzgebiet „Ehinger Rheinaue“ und das geplante Wasserschutzgebiet „Mündelheim“ verlaufen
- Bisher habe das Unternehmen OGE keinen alternativen Trassenverlauf vorgelegt, obwohl die Stadt Duisburg dies angefragt habe und es bei anderen Städten gemacht worden ist. „So wurde von der OGE bisher auch kein Trassenverlauf entlang der vorhandenen – und noch nicht in Betrieb genommenen – CO-Leitung geprüft.“ Außerdem ist der bisher vorgelegte Trassenverlauf auch nur sehr allgemein gehalten. Trotz Nachfrage der Stadt Duisburg sei noch kein detaillierter Plan vorgelegt worden.
- „Das Unternehmen OGE fällt bisher auch durch eine komplette Verweigerungshaltung bezüglich der Zusammenarbeit auf.“ Gemäß Stadtförster Stefan Herrn Jeschke und der Stadt Duisburg gehe die OGE bisher nicht auf Nachfragen ein und drohe eher mit rechtlichen Schritten als sich kooperativ zu verhalten. „So wurden wir als Bezirksvertretung auch nicht über die geplante Informationsveranstaltung informiert und mussten darüber aus der Bevölkerung bzw. dem Internet erfahren.
- Nach derzeitigem Stand würde Duisburg von dieser Leitung nicht profitieren, weil bisher nicht geplant ist, dass ein einziges Duisburger Unternehmen an die Leitung angeschlossen werden soll.
„Sollten die Pläne so bestehen bleiben, appellieren wir an unsere Mandatsträger in den Regionalparlamenten, entsprechende Bauanträge abzulehnen. Sollte es doch, entgegen unserer Einschätzung, zu einer Bewilligung des Projektes kommen, unterstützen wir die Stadt Duisburg dabei, gegen diese Bewilligung juristisch vorzugehen“, führen die Kommunalpolitiker weiter aus und rufen die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, an der OGE-Informationsveranstaltung teilzunehmen und über die Bedenken von Stadtförster Jeschke, der Stadt Duisburg und den Unterzeichnern zu reden.
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