Das Landeswassergesetz verpflichtet die Stadtverwaltung, „Gewässerschauen“ durchzuführen. Das sind öffentliche Veranstaltungen, an denen jedermann kostenlos und ohne Voranmeldung teilnehmen kann. Im vergangenen Jahr fanden solche Gewässerschauen entlang des Kittelbachs und der Anger statt, am 13. und 14. April entlang des Schwarzbachs.
Claus Bode vom Umweltamt war Leiter der Gewässerschauen. Weitere Teilnehmer kamen vom Bergisch-Rheinischen Wasserverband, der für die Unterhaltung der Gewässer (soweit ehemals Kreis Mettmann) zuständig ist, sowie Fachleute und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Vertreter von Umweltschutzverbänden, Angler und natürlich Anlieger und weitere interessierte Bürger. Keine Frage blieb unbeantwortet, kein Hinweis von Belang unberücksichtigt. Angeraten war Trittsicherheit und festes Schuhwerk, zumal es oft über Trampelpfade und unwegsames Gelände ging. Für den Rückweg ein Fahrrad mitzunehmen, war keine gute Idee.
Eine Gewässerschau ist eine Besichtigung und Begehung, die das Umfeld und insbesondere die Ufer und Uferböschungen einbezieht, zum Beispiel die Ablage von Abfällen und Gartenabfällen. Gefahren für die ökologische Funktion des Gewässers, die öffentliche Sicherheit und Ordnung werden festgestellt und deren Beseitigung veranlasst.
Da es entlang des Schwarzbachs keinen durchgehenden, gewässerbegleitenden Weg gibt, waren direkte Blicke auf den Bach nur punktuell möglich. Dennoch konnten einige Abfallablagerungen festgehalten werden. Ein für die Beurteilung der Wasserqualität kompetenter Teilnehmer erläuterte, dass der Schwarzbach, wie praktisch alle Gewässer in Deutschland, kein wirklich sauberes Wasser mehr führt, jedenfalls kein Trinkwasser. Manche Fischarten haben sich dem angepasst. Im Schwarzbach sind noch zwölf Fischarten nachgewiesen, abhängig jedoch vom Streckenabschnitt und der Zugänglichkeit für Wanderfische. Das Fischereirecht ist dem ASV Anglerverein Düsseldorf Wittlaer e. V. verpachtet. Der Verzehr der Fische wird von den Behörden jedoch vorsichtshalber nicht empfohlen. Der Bach macht oft einen idyllischen Eindruck, es fehlen aber flache, natürliche Ufer. Wegen privater Ufergrundstücke und dichter Bebauung nahe am Bach sind Ausweitungen des Bachbetts, Renaturierungen und Retentionsräume kaum möglich. Ein Hindernis für Wanderfische im Schwarzbach ist die Einbrunger Mühle Rölkens, je nach Wasserführung. Das Hindernis an der Kalkumer Mühle wurde beseitigt durch Verzicht auf die Aufstauung der Mühlenteiche und Stilllegung des vor rund einem Jahrzehnt erneuerten Mühlenrads mit stromerzeugendem Generator. An der Einbrunger Papiermühle ist der Bereich des ehemaligen Mühlenrads zum „Gebirgsbach“ umgebaut und somit durchlässig für Fische. Die dadurch erreichte ökologische Aufwertung sei höher zu bewerten als die geringe Menge elektrischer Energie, so Claus Bode. Zum trocken liegenden Teich im Schlosspark erläuterte er, dieser müsste vom Schlossgraben mit Wasser versorgt werden, dieser wiederum vom Schwarzbach durch entsprechende Überläufe. Dafür sei der Eigentümer in der Pflicht. Das ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW. Anmerkung: Gänse haben damit keinen sicheren Brutplatz mehr. Ein Paar Nilgänse hatte vor ein paar Tagen noch zwei Junge, jetzt sind sie allein.
Das vor einigen Jahren vom Bergisch-Rheinischen Wasserverband errichtete Spaltwerk im Kalkumer Wald lässt nur so viel Wasser in Richtung Kalkum durch, dass nach bisher errechnetem 100-jährigem Hochwasser die vielen in Kalkum dicht am Schwarzbach liegenden Wohngrundstücke nicht überflutet werden. Überschüssiges Wasser wird über den schnurgeraden Schwarzbachentlastungsgraben entlang des Flughafenzauns in den Kittelbach und in das große, zweiteilige Hochwasserrückhaltebecken Kalkum abgeleitet. Das Rheinhochwasser in den 1920er Jahren reichte bis zur Einbrunger Mühle Rölkens.
Noch viele weitere Informationen und Erläuterungen, insbesondere für Anlieger, gab es bei dieser Gewässerschau, natürlich auch bei den vorausgegangenen entlang des Kittelbachs und der Anger.

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Ein Kommentar
Die Entlastung des Schwarzbach vor Kalkum ist eine sinnvolle Maßnahme. Leider endet ihr Artikel damit. Zweifelhaft ist die jetzt begonne Maßnahme zur Entlastung des Kittelbach parallel zum Flughafen zwischen B8n. Hier werden Steuergelder verschwendet und Natur unnötig verändert.