HKM-Geschäftsführung tauschte sich mit Nachbarn aus

Stellten ihren Nachbarn einige Pläne von HKM vor: Betriebsratsvorsitzender Marco Gasse, Carsten Laakmann und Dr. Peter Biele. Foto: sam
Stellten ihren Nachbarn einige Pläne von HKM vor: Betriebsratsvorsitzender Marco Gasse, Carsten Laakmann und Dr. Peter Biele. Foto: sam

Vertretern der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) liegt viel an einem direkten Draht zur Nachbarschaft. Die Geschäftsführung informierte am Montag, 22. Juni, in einem „Bürgerdialog“ vor allem Vertreter der umliegenden Bürgervereine und Kirchen über Neuigkeiten aus dem Unternehmen im Duisburger Süden.

Auch in diesem Jahr wird es keine Barbarafeier geben, man sei sehr mit dem Umbau beschäftigt. „Wir werden die Feier aber nicht ewig aufs Eis legen“, unterstrich Carsten Laakmann, der seit 2017 als Arbeitsdirektor agiert. „Wir sehen Licht!“ Er griff damit die wirtschaftliche Unsicherheit auf, die in den vergangenen Jahren die Hütte geprägt hat. Gemeinsam mit dem technischen Geschäftsführer Dr. Peter Biele, dem Betriebsratsvorsitzenden Marco Gasse und Kommunikationsleiter Peter Schelkle nahm er sich zwei Stunden lang in der „Hüttenschänke“ Zeit für den gemeinsamen Austausch.

In „wenigen Wochen“, so hofft das Management, könnte der Vertrag zwischen thyssenkrupp Steel und der Salzgitter AG sowie Vallourec S. A. unterschrieben werden – dann würden schnell weitere Entscheidungen und Maßnahmen an die Belegschaft und Öffentlichkeit gelangen. Betriebsratsvorsitzender Marco Gasse: „Wir sind vorbereitet.“ Wie berichtet, soll die Hütte mit nur einem Drittel der bisherigen Beschäftigten weitergeführt werden (https://nordbote.de/salzgitter-ag-will-hkm-fortfuehren). Das sei „schmerzhaft“, aber die Alternative wäre die Schließung des Werks.

Vertreter der Bürgervereine und Kirchen tauschten sich in einem "Gespräch auf Augenhöhe" mit dem HKM-Management aus. Foto: sam
Vertreter der Bürgervereine und Kirchen tauschten sich in einem „Gespräch auf Augenhöhe“ mit dem HKM-Management aus. Foto: sam

Derzeit würden in zwei Hochöfen vier Millionen Tonnen Roheisen im Jahr hergestellt. Auf Dauer soll die Menge auf zwei Millionen Tonnen reduziert werden. Anstelle der Hochöfen werde für den grünen Stahl ein Elektrolichtbogenofen errichtet. Er läuft unter der Bezeichnung EAF (Electric Arc Furnace) und soll die CO₂-intensive Roheisenproduktion ablösen. Dadurch würden einige Anlagen in drei bis vier Jahren verschwinden. Bund und Land würden die Transformation fördern. „Die Entscheidung für diese Investitionen ist nicht reversibel. Wir haben uns auf die Reise gemacht.“

Biele lobte, dass die EU gute Entscheidungen getroffen habe und resilienter geworden sei – beispielsweise werde mit dem Instrument der Zölle nachgesteuert. Der Markt für Roheisen sei da, und HKM sei gut in Duisburg eingebettet. Hier gebe es Fachpersonal sowie zuarbeitende Firmen.

Als Vorsitzender des Bürgervereins Ehingen äußerte Peter Loeven im anschließenden Gespräch die Sorge vor zunehmendem Lkw-Verkehr. Biele beruhigte: „Da wir die Produktionsmenge deutlich reduzieren, wird der Verkehr nicht deutlich zunehmen.“ Vieles werde über die Schienen sowie den Hafen transportiert. Loeven regte zudem an, die Pacht für Kleingärten im Ort zu reduzieren, damit wieder mehr verpachtet würden – so könne HKM viel Geld für die Pflege sparen.

Einige Teilnehmer nutzten nach dem Bürgerdialog die Möglichkeit, in einem klimatisierten Bus Eindrücke vom HKM-Werksgelände zu erhalten. Foto: sam
Einige Teilnehmer nutzten nach dem Bürgerdialog die Möglichkeit, in einem klimatisierten Bus Eindrücke vom HKM-Werksgelände zu erhalten. Foto: sam

Pfarrerin Ulrike Kobbe von der Evangelischen Kirchengemeinde Duisburg-Süd merkte an, dass sie in der Gemeinde viel Unsicherheit um die Arbeitsplätze spüre. Sie bot Unterstützung an, auf die Gasse gerne zugreifen möchte. Er bedankte sich für die klaren Positionen der Kirche während des Arbeitskampfes. Zum erforderlichen Stellenabbau sagte er: „Er ist sozialverträglich, aber zu betrachten unter dem Aspekt der Personalreduzierung.“ Industrie bringe einerseits Kaufkraft in die Orte, andererseits ließen sich Dreck und Lärm nicht immer vermeiden. Anfragen aus der Nachbarschaft sollen per E-Mail gemeldet werden: buergeranfragen@hkm.de. Ein geschultes Team sei hier auch am Wochenende zu erreichen und leite die Mails an die entsprechenden Stellen weiter.

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