Die Vernissage zur Ausstellung mit Werken der Künstlerin Patrizia Casagranda am 1. Juli im Kaiserswerther Museum war ein gut besuchter, großer Erfolg für den ausrichtenden Heimat- und Bürgerverein mit Kuratorin Dr. Barbara Grotkamp-Schepers.
Patrizia Casagranda ist eine ungewöhnliche Künstlerin. Gestaltung, Design und Typografie sind seit jeher ihre Grundlagen, aber erst in den vergangenen zehn Jahren hat sie ihre künstlerisch-malerische Arbeit aufgebaut und zu einer gewichtigen Stimme in der internationalen Kunstszene entwickelt.
Ihre bevorzugten Motive sind Frauenporträts, in denen sie weibliche Schönheit und Stärke zeigt. Den ersten Anstoß gaben die Müllsammlerinnen, die sie während einer Reise nach Indien kennenlernte, Frauen mit großer Würde und Haltung trotz ihrer harten Arbeit.
Weitere Themen wie Wasser oder Früchte greift sie immer wieder und gerne auf. Mit dem Porträtthema verwandt sind ihre Zitate aus der klassischen Malerei wie zum Beispiel Werke von Vermeer, van Gogh oder Leonardo da Vinci, die sie mit ihrer Maltechnik verfremdet und so einen modernen Blick auf diese weltbekannten Bildnisse schafft. Beim Thema „Water for Life“ geht es neben dem bereits im Titel suggerierten Blick auf die Lebensnotwendigkeit des Wassers auch um das Fließen und die Dynamik des Wassers ebenso wie die Bewegung des Menschen im Wasser.
Ihre Arbeitsweise ist charakteristisch und ziemlich singulär. Das Hauptmotiv in jedem Bild ist aus erhabenen gerasterten Punkten zusammengesetzt, die als Masse aus Gips und Mörtel durch eine Metallschablone aufgetragen sind. Die Hintergründe sind flächig gemalt und mit pastosen Farbstrichen oder collagierten Teilen akzentuiert. Casagranda nennt diese Technik „Sculptural Dot Painting“. In einigem Abstand vom Bild sieht man das gesamte Motiv, zum Beispiel ein Porträt. In der Nähe besehen wandeln sich die Darstellungen in abstrakte Reliefs, die auf vielen Schichten aus recycelten Malgründen wie Holztafeln, LKW-Planen oder Wellpappe aufgebaut sind. Man verliert sich im Bild, sieht Farben, Strukturen, Materialität und nimmt dann, tritt man einige Schritte zurück, das Ganze wahr.
Casagranda ist mit ihren Arbeiten weltweit unterwegs. Ihre Ausstellungsliste ist beeindruckend lang, wobei sie ihre Kunst nicht nur in Galerien, Kunstmessen und Museen mit großem Namen und in bekannten Städten zeigt, sondern auch in kleinen Institutionen mit lokaler Ausstrahlung. Der Heimat- und Bürgerverein beweist mit dieser Ausstellung seine Bedeutung als wesentlicher Teil des Kaiserswerther Kunstlebens, wie Karl Döhler bei der Vernissage mit großem Beifall feststellte.
Die Ausstellung läuft noch bis Sonntag, 27. September. Am Sonntag, 6. September, um 12 Uhr führt Dr. Barbara Grotkamp-Schepers durch die Ausstellung. Die Finissage beginnt am Sonntag, 27. September, um 14 Uhr. Um 15 Uhr führt die Künstlerin Patrizia Casagranda durch ihre Ausstellung. Für diese beiden Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich unter Telefon 0211 403614 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail an info@hbv-kaiserswerth.de. Ansonsten ist das Museum samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.



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