Glasfaserleitungen sollen bis Ende 2026 in Serm und Mündelheim liegen

Mehr als 80 Bürgerinnen und Bürger informierten sich auf Einladung der Bürgervereine Serm und Mündelheim über den Glasfaserausbau in den Orten. Wut und Unverständnis, vor allem über fehlende Kommunikation, waren spürbar. Foto: sam
Mehr als 80 Bürgerinnen und Bürger informierten sich auf Einladung der Bürgervereine Serm und Mündelheim über den Glasfaserausbau in den Orten. Wut und Unverständnis, vor allem über fehlende Kommunikation, waren spürbar. Foto: sam

Bis Ende 2026 sollen in weiten Teilen von Serm und Mündelheim die Glasfaserleitungen verlegt sein und genutzt werden können. Über diese Zusage des Projektleiters der beiden Firmen Muenet und epcan Anfang dieses Jahres berichtete Falko König mehr als 80 Bürgerinnen und Bürgern in Serm, die in der „Schenke“ wissen wollten, was der Stand der Dinge sei. Denn ihre Mails und Telefonate, so der einhellige Tenor, blieben oft unbeantwortet.

„Ja, es gibt ein riesiges Info-Defizit“, gab Gigabit-Koordinator König im Beisein von Bezirksbürgermeisterin Beate Lieske und Ratsherr Wolfgang Schwertner sowie weiteren Kommunalpolitikern zu. Die bisherigen Arbeiten seien sehr, sehr langsam und träge gestartet, vor allem in Mündelheim. Abgeschlossen wurden die Verträge im Jahr 2022. Die Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren ist längst überschritten, obwohl kaum etwas passiert ist. Laut König verlängert sich der Vertrag stillschweigend, also automatisch. Theoretisch könnte der Vertrag monatlich gekündigt werden, aber es sei nicht sicher, wer dann die technischen Leistungen stelle. Dazu müssten Muenet und epcan einen Kooperationsvertrag abschließen und andere Einkäufer zulassen. Jedoch: „Das Netz muss erst liegen“, so König. Die Telekom plane beispielsweise nicht, in dieses Projektgebiet einzusteigen.

Mit der Stadt Duisburg hätten beide Firmen eine Absichtserklärung geschlossen, Gelder würden nicht fließen. Die Randlage des Projektgebiets Serm/Mündelheim sei nicht attraktiv für Unternehmen. Der Fachmann wies zurück, dass gar nichts passiere: „Der Bau ist erlebbar, in den Straßen von Mündelheim.“ Es sei stets kommuniziert worden, dass die Kabel zunächst in Mündelheim verlegt würden. Übrigens: Kabel dürfen nicht übereinanderliegen, deshalb werde in manchen Straßen auf beiden Straßenseiten gegraben.

Falko König (stehend), Koordinator für den Glasfaserausbau bei der Stadt Duisburg, gab in der „Schenke“ in Serm einen Sachstandsbericht zum Projektangebot, für das die Firmen Muenet und epcan verantwortlich sind. Foto: sam
Falko König (stehend), Koordinator für den Glasfaserausbau bei der Stadt Duisburg, gab in der „Schenke“ in Serm einen Sachstandsbericht zum Projektangebot, für das die Firmen Muenet und epcan verantwortlich sind. Foto: sam

Im Auftrag der Stadt Duisburg kontrolliere König intensiv, dass die Vorgaben für die Unternehmen eingehalten werden. Eine Insolvenz der Baufirmen sei kaum möglich, da sie sich in Förderprogrammen befänden.

König appellierte, den Unternehmen eine Chance zu geben, denn weitere Förderprogramme für den Glasfaserausbau könnte es erst in mehreren Jahren geben. Der Experte schätzt, dass die Glasfaser-Technik in vier bis fünf Jahren wichtig werden wird. Trotz allen Ärgers: „Ohne einen partnerschaftlichen Netzbetreiber müsste die Stadt sehr viel Geld in die Hand nehmen.“

Gerne hätten die Gäste die Vertreter von Muenet und epcan direkt befragt. „Zweimal haben sie eine Einladung zur Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Mündelheim schon ausgeschlagen“, berichtete Klaus Drechsler, zweiter Vorsitzender des Bürgervereins Mündelheim. Er bedankte sich bei Rainer Kreh, dass der Bürgerverein Serm die Organisation dieser Infoveranstaltung übernommen habe. Beide baten König, zeitnah zu berichten, was in den kommenden Monaten passieren soll. König unterstrich unter Beifall: „Ich werde die Stimmung ungefiltert an den Projektleiter weitergeben.“

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