In einem Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre schildert Ferdi Müller die bewegte Geschichte der Fußballabteilung des TV Angermund. Die Wurzeln des Teams liegen in der Zeit vor 1975 als vier Mannschaften ansässiger Unternehmen regelmäßig im Sommer Turniere gegeneinander bestritten. Zu den beteiligten Firmen gehörten Taprogge, der Malermeister Löhrer, die Firma Schubert sowie das Hotel Litzbrück. Aus dieser sportlichen Zusammenarbeit entwickelte sich eine Trainingsgemeinschaft die schließlich den Entschluss fasste einen eigenen Verein zu gründen.
Da die Anforderungen des DFB für die Neugründung eines eigenständigen Vereins damals zu hoch erschienen, suchte Hermann Schubert das Gespräch mit den Verantwortlichen des TV Angermund. Die Fußballer schlossen sich dem damaligen Handballverein an legten jedoch Wert auf eine vollständige finanzielle Unabhängigkeit. Um das Budget des Hauptvereins nicht zu belasten organisierten die Mitglieder sämtliche Belange in Eigenregie. Dies betraf nicht nur die Ausrüstung sondern auch die Reinigung der Trikots nach den Einsätzen auf dem hiesigen Ascheplatz. Da der feine Staub der Schlacke die privaten Waschmaschinen der Spielerfrauen ruinierte vermittelte Ferdi Müller später professionelle Testgeräte der Duisburger Firma Erwin Bonn um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.

Offiziell startete die Mannschaft in der Saison 1975/76 in der Kreisklasse C. Durch talentierte Neuzugänge aus dem Duisburger Süden sowie den Nachbarorten Tiefenbroich und Hösel stellte sich der Erfolg rasch ein. Bereits in der Spielzeit 76/77 feierte die Abteilung ihren ersten Aufstieg. In den darauf folgenden zwölf Jahren marschierte das Team durch die Ligen bis hinauf in die Landesliga. Mit dem sportlichen Wachstum stiegen auch die Anforderungen des Verbandes. So musste der Verein eine eigene Jugendabteilung aufbauen und Schiedsrichter stellen. Ein bekanntes Gesicht dieser Ära war der Unparteiische mit dem Spitznamen Mozart der eigentlich als Querflötenspieler bekannt war.

Nach einem halben Jahrhundert Fußballgeschichte in Angermund schließt sich heute gewissermaßen der Kreis. Die erste Herrenmannschaft tritt aktuell wieder in der Kreisklasse C an. Ferdi Müller betont dass neben dem Sport vor allem die sozialen Kontakte und die gegenseitige Unterstützung im Ort das Vereinsleben geprägt haben. Zum Jubiläum trafen sich viele Weggefährten der ersten Stunde um Erinnerungen an die Aufstiege und die besonderen Anekdoten aus fünf Jahrzehnten Vereinsgeschichte auszutauschen.
Dass der Tatendrang nicht mit der aktiven Fußballkarriere endet, beweisen die Vereinsgründer bis heute. Ob beim Rehasport, auf dem Fahrrad, beim Tennis oder auf dem Golfplatz, die Urgesteine bleiben weiterhin in Schwung. Ein besonderes Beispiel für diese Ausdauer ist Wolfgang Hümbs. Er läuft heute noch Marathons auf der ganzen Welt und erzielt in seiner Altersklasse 70 international beachtliche Erfolge. Diese lebenslange Begeisterung für die Bewegung spiegelt genau den Geist wider, der den Verein bereits vor 50 Jahren ausgezeichnet hat.
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