Ein Leben lang Valentinstag

Eine Liebe, die bleibt. Symbolfoto
Eine Liebe, die bleibt. Symbolfoto

Der Valentinstag am 14. Februar ist für viele ein willkommener Anlass, Partnerschaft und Zuneigung zu feiern. Doch für Wolf Apel brauchte es nie ein Datum für die Liebe. „Es gab keinen Tag in unserem Leben, an dem wir auch nur eine Tür geknallt hätten“, erzählt der 80-Jährige. Seine Augen leuchten, und er klingt so verliebt, als seien die Schmetterlinge erst gestern in seinem Bauch gelandet. Dabei sind sie bereits im Januar 1968 eingezogen und nie wieder verflogen – auch wenn seine Frau Angelika bereits vor zehn Jahren an Krebs verstarb. „So etwas gibt es wohl nicht oft“, sagt er leise, „aber ich sah sie und wusste einfach: Sie ist es.“

Alles begann 1968 in dem Schreibwarenladen, in dem Apel arbeitete. Damals gab es noch keine Selbstbedienung; man kam an der Theke ins Gespräch. Eines Morgens öffnete sich die Tür und Angelika Scholz betrat den Raum, um eine Tageszeitung zu kaufen. Von da an kam die 19-jährige Auszubildende täglich. Wolf Apel fieberte jedem Besuch entgegen.

Ein Moment blieb ihm besonders in Erinnerung: „Sie bestellte ein Buch über Diätküche für 36 Mark – damals viel Geld für eine Auszubildende. Als sie fragte, ob sie vorher hineinschauen dürfe, setzte sie sich in den Sessel in der Ecke.“ Über die Buchkante hinweg warf sie immer wieder Blicke zu ihm hinüber. „Da fasste ich Mut“, erinnert sich Apel.

Der Durchbruch gelang ihm schließlich ganz „altmodisch“ und charmant über die Tageszeitung. Als ein Artikel über Frischlinge im Grafenberger Wald erschien, schrieb er auf ihr Exemplar über das Bild: „Süß, diese Frischlinge. Sie aber auch.“ Angelika entdeckte die Notiz erst abends in der Badewanne – und war hin und weg. Fortan gab es keine Zeitung mehr ohne kleine Liebesbotschaft. Die beiden wurden ein Paar, und schnell war klar: Hier schlagen zwei Herzen im gleichen Takt.

Kurz nach der Verlobung drohte eine räumliche Trennung: Angelika musste für ihre Ausbildung nach Bielefeld. „Mein Herz zerbrach“, gesteht Apel. Doch das Schicksal griff ein. Angelika wurde krank und fühlte sich in Bielefeld auch nicht wohl. Nach damaliger Sitte mussten sogar die Vorgesetzten die Zustimmung des Verlobten einholen, damit sie die Stelle aufgeben durfte. Wolf Apel zögerte keine Sekunde, holte sie zurück nach Kaiserswerth, und 1969 wurde geheiratet.

Angelika stieg daraufhin auch beruflich in das Geschäft ein. „Wir waren ein perfektes Team“, resümiert Apel. Sie modernisierten gemeinsam, besuchten Messen und feierten Erfolge. Auch die Silberhochzeit wurde groß gefeiert – natürlich mit dem Motiv der „Frischlinge“. Nach 46 Ehejahren beendete der Krebs das gemeinsame Glück, doch die Verbindung bleibt. „Es ist schwer, weil meine Seelenverwandte fehlt“, sagt Wolf Apel. Doch wer ihn von ihr sprechen hört, spürt sofort: Diese Liebe überdauert jeden Abschied.

NORDBOTE-Newsletter
Neuste Nachrichten für Düsseldorf-Nord und Duisburg-Süd, Events und Angebote jeden Dienstag- und Freitagmorgen direkt in Ihr Mail-Postfach!

Ein Kommentar

  1. Ein Leben lang Valentinstag. Eine so schöne Liebesgeschichte über Max Apel, hat mir sehr, sehr gut gefallen. Auch von den Eheleute Schuster. Sehr schön

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert