Ein Kapellchen wird 25

Eine gelungene Feierstunde, die noch lange nachklang – und die einmal mehr zeigte, wie tief das „Rochus Kapellechen" im Herzen Angermunds verwurzelt ist. Foto: cj
Eine gelungene Feierstunde, die noch lange nachklang – und die einmal mehr zeigte, wie tief das „Rochus Kapellechen" im Herzen Angermunds verwurzelt ist. Foto: cj

Bei strahlendem Sonnenschein – ganz wie vor einem Vierteljahrhundert bei der Einweihung – versammelten sich am Pfingstmontag zahlreiche Gäste im Angermunder Klostergarten hinter der Rochuskapelle, um das 25-jährige Bestehen des kleinen Gotteshauses zu feiern. Was die Bewohner des Stadtteils liebevoll das „Rochus Kapellechen“ nennen, hat sich längst zu einem festen Bestandteil der Angermunder Identität entwickelt.
Den musikalischen Auftakt gestaltete Johannes Kohlhaus, der auf der Querflöte das „Rochuslied“ spielte und die Feierstunde damit stimmungsvoll eröffnete. Anschließend ergriff Peter Jakobs, zweiter Vorsitzender des Angermunder Kulturkreises (AKK), das Wort. In seiner Begrüßungsansprache ließ er die Geschichte der Kapelle Revue passieren und hob stellvertretend für die vielen Beteiligten drei Persönlichkeiten besonders hervor: Heribert Schmitz, damals erster Vorsitzender des AKK und treibende Kraft hinter dem Projekt, Klaus Klingen als verantwortlichen Bauleiter sowie Siegfried Hoymann, der das Vorhaben als damaliger Bezirksbürgermeister und Ratsherr politisch begleitete und förderte.

Zeitzeuge Klaus Klingen berichtet
Besonderer Gast der Jubiläumsfeier war der gebürtige Rahmer Klaus Klingen, der als Zeitzeuge aus den Baujahren berichtete. Mit sichtlicher Freude erinnerte er sich an ein Detail, das bis heute sichtbar geblieben ist: „Als die alte Kapelle abgerissen wurde, fuhr ich schnell hin und sammelte zwei Ziegelsteine ein, die bis heute in meinem Garten verweilen.“

Klingen hob auch die gute Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und der Politik hervor, die das Projekt erst möglich gemacht habe. Besonders warm erinnerte er sich daran, dass Siegfried Hoymanns Frau einmal in der Woche Kaffee und Kuchen auf die Baustelle gebracht habe – eine Geste, die die freiwilligen Helfer sichtlich motiviert habe. Den unvermeidlichen Ratschlägen von allen Seiten begegnete Klingen mit Humor. „Hätten wir auf alle gehört, wäre die Rochuskapelle heute ein barockes Knusperhäuschen“, sagte er schmunzelnd – zur großen Heiterkeit der Festgäste.

Für einen außerplanmäßigen Höhepunkt der Feierstunde sorgte ein unerwarteter Gast: Schwester Edelmaria, die damalige Oberin des Dominikanerklosters in Angermund, war ebenfalls gekommen. Sie hatte die Einweihung der Rochuskapelle vor 25 Jahren unmittelbar begleitet – und auch damals bot das Kloster den Rahmen für eine kleine Feier. Ihre Anwesenheit verband das Jubiläum auf besondere Weise mit seinen Ursprüngen.

Eine rundum gelungene Gedenkfeier gab es im Klostergarten hinter der Rochuskapelle, anlässlich des 25-jährigen Wiederaufbaus der Kapelle. Foto: cj
Eine rundum gelungene Gedenkfeier gab es im Klostergarten hinter der Rochuskapelle, anlässlich des 25-jährigen Wiederaufbaus der Kapelle. Foto: cj

Andrea Lindenlaub vom AKK richtete den Blick auf die Gegenwart und Zukunft der Kapelle. Sie berichtete, dass vier Patinnen die Pflege und Sauberkeit des kleinen Gotteshauses übernehmen und dass angestrebt wird, die Kapelle künftig die ganze Woche über geöffnet zu halten – damit Besucherinnen und Besucher jederzeit eine Kerze anzünden und verweilen können. „Es soll ein Ort sein und bleiben, an dem man über Gott und die Welt nachdenken kann“, so Lindenlaub.

Pfarrer Jan Opiela sprach für alle den Segen, und Vertreter der St. Sebastianus Bruderschaft legten Blumen an der Kapelle nieder.

Die heutige Oberin Schwester Emmanuela lud im Namen des dortigen Fördervereins im Anschluss zu einem geselligen Ausklang ein: Gegrilltes, weitere kulinarische Köstlichkeiten sowie Eis der Berliner Eismanufaktur „Eis Engelchen“ rundeten die Feier ab.

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