Die Düsseldorfer Fotokünstlerin Maren Heyne ist am Dienstag, 1. Juli, im Alter von 83 Jahren verstorben, wie die Werthmann-Heyne-Stiftung in einer Pressemitteilung bekannt gab. Seit den 1960er Jahren galt sie als bedeutende Dokumentatorin der „Gruppe 53“, der auch ihr Ehemann, der 2018 verstorbene Bildhauer Friederich Werthmann, angehörte.
Ihre Fotoreihe „Wie sie wohnen“ fängt das Wesentliche der Künstler und ihrer Kunst in eindrücklichen Portraits ein, indem sie die unterschiedlichen Wohn-, Arbeits- und Lebenswelten zeigt. Die berühmten Fotografien von Künstlern wie Hans Peter Alvermann, Otto Piene oder Günther Uecker schmücken seit den 1970er Jahren zahlreiche Ausstellungen, Plakate und Publikationen. Für ihre eindringlichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die den Einklang von Mensch, Landschaft und Kultur der griechischen Inselwelt im Bildband „Ilionissia – Inseln des Lichts“ festhalten, erhielt sie 1973 den Schweizer Buchpreis.
Ab den 1970er Jahren widmete sich Heyne dem architektonischen Detail des Fensters. Aus Abrisshäusern gerettete Fensterrahmen wurden dabei selbst zu Rahmen für ihre Bilder und öffneten Blicke in die Ferne. Die Fotografie wurde so zum Teil des Objektes und erlangte eine neue Gegenständlichkeit.
Ein persönliches Anliegen von Maren Heyne war die Dokumentation jüdischen Lebens in Deutschland. An mehr als 50 Orten, von Großstädten bis zu ländlichen Gemeinden am Niederrhein, fotografierte sie die jüdischen Friedhöfe der ehemaligen Rheinprovinz. Diese Arbeiten erschienen von 1990 bis 1994 im Buch „Stille Gärten – Beredte Steine“.
Im Jahr 2006 gründete sie gemeinsam mit Friederich Werthmann die treuhänderische „Werthmann-Heyne-Stiftung“ unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Stiftung widmet sich dem denkmalgeschützten Wohn- und Schaffensmittelpunkt des Künstlerpaares in Kaiserswerth, einem Barockbau aus dem Jahr 1709. Ziel der Stiftung ist es, das Ensemble aus barockem Gebäude und modernem Skulpturengarten zu bewahren, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und das künstlerische Werk beider Künstler dort erlebbar zu halten.
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