Der Hoppeditz – übersetzt das „hüpfende Kind“ – hält traditionell der Obrigkeit den Spiegel vor. Er kommentiert das politische Geschehen und die lokalen, gesellschaftlichen Eigenheiten mit Witz und Ironie. Das ist den beiden Hoppeditzen bei „De 11 Pille“ in Angermund – Kinderprinz-Hoppeditz Julius und der Hoppeditz Macke – dieses Mal voll gelungen.
So lobte der Kinderprinz-Hoppeditz insbesondere das „Eis-Café Rose“, das benachbarte Geschäft „Mehr als Brot“ und kritisierte Entwicklungen in der Schule. Schließlich sagte er: „Ich hörte, in diesem Jahr, gäbe es kein großes Prinzenpaar? Dann sind die Kids eben für alle da! Ob groß, ob klein – ist das denn wichtig? Hier in Angermund, da feiert man zusammen – und das dann richtig!“

Der große Hoppeditz dagegen startete seine Rede mit dem Hinweis, dass der NORDBOTE zur Sessionseröffnung ins TVA Heim einlädt: „Datt kann doch nitt sein – Hää???“ Aber das TVA-Clubheim musste als Ausweichquartier genommen werden, weil das Schützenhaus, der übliche Veranstaltungsort, immer noch unter Wasser stand.

Sodann ging er auf den neuen Wirt ein, der den Ansturm der Karnevalisten mit Bravour meisterte: „Doch eins sei klar – ihr Angermunder, hört mal her: Steht loyal zu euren Wirten – macht ihnen das Leben nicht schwer! Genießt vor Ort das Essen, das kühle Bier, nur so bleibt das Veedel lebendig – hier bei dir!“
Über die relativ konstante politische Entwicklung kam er zum Thema Fettpott: „Ein Supermarkt soll’s werden, dat finden manche fein, doch für Herz, Dorfplatz und Leben muss einfach mehr drin sein! Wat Angermund fehlt, ist ein Herz in der Mitte, kommt zusammen, bewegt wat – jääht jetzt die Schritte! Nen Treffpunkt, ’ne Kneipe, Kultur und auch Spaß, ein Saal für die Feste, dann hätten wir was! Für Angermund ist das die Riesenchance pur, drum Angermunder – seid laut, gebt Gas auf der Spur!“
Und hinsichtlich der „Wiederbelebung“ von Handwerk und Handel e.V. in Angermund meinte er: „Denn Ehrenamt, dat ist keen oller Hut, es tut unserem Dorf und uns allen juut! Nur wer anpackt, der hält unser Veedel am Leben, drum lasst uns gemeinsam der Zukunft was geben!“
Zwei beeindruckende und von lokalen Problemen handelnde Reden der Hoppeditze. Doch zuvor gab es auch noch einige andere Höhepunkte zu vermelden. Gegen 16 Uhr gab sich relativ kurz das Düsseldorfer Prinzenpaar, Prinz Marcus I. und Venetia Nicole, die Ehre. Es folgten die Inthronisierung des Kinderprinzenpaares, Julius II. (Kaufmann) mit seiner Venetia Florentine I. (von Tettau) und der Pagin Marie Sophie (Dörnhöfer) sowie dem Pagen Rick (Röskes). Anschließend zeigten die Angersternchen und Angerfunken ihre neuen Tänze, die mit tosendem Applaus verabschiedet wurden.

Einen musikalischen Höhepunkt bildete nach den Reden die Darbietung der Rhythmussportgruppe – eine überwiegend mit Blasinstrumenten besetzte neunköpfige Musikkapelle mit Sänger. Mit dem gemeinsamen Singen des Pilleschlagers endete dann das offizielle (und lautere) Programm gegen 21 Uhr. „Gemeinsam Jeck“, dem diesjährigen Motto entsprechend, wurde allerdings natürlich noch weiter gefeiert. Die nächste offizielle Veranstaltung findet am 17. Januar 2026 statt – das BIWAK, wie immer auf dem Freiheitshagen.

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