Die kfd Angermund lädt zu einem Vortrag über die Bildhauerin Camille Claudel ein

Camille Claudel (1886), gemeinfrei, Foto: César, via Wikimedia Commons
Camille Claudel (1886), gemeinfrei, Foto: César, via Wikimedia Commons

Die kfd Angermund lädt zu einem Vortrag über die Bildhauerin Camille Claudel ein.

Am Donnerstag, dem 21. Mai, lädt die kfd Angermund zu einem Vortrag mit Marie Louise Borchers über Camille Claudel ins Pfarrheim St. Agnes, in Düsseldorf-Angermund, Graf-Engelbert-Straße 14, ein. Die Veranstaltung beginnt um 19.15 Uhr; der Kostenbeitrag beträgt drei Euro.

Camille Claudel war eine 1864 geborene französische Bildhauerin und Malerin, die vor allem durch ihre gegenstandsbezogene Darstellungsweise von Personen in Bronze und Marmor bekannt wurde. Sie war die Schülerin und Geliebte von Auguste Rodin und stand Zeit ihres Lebens in dessen Schatten.

1883 trafen Camille Claudel und der 43-jährige und damit fast 24 Jahre ältere Bildhauer Auguste Rodin im losen Schülerinnen-Lehrer-Verhältnis zusammen. Rodin modellierte 1884 eine erste Porträtbüste von Camille Claudel. Eine Fassung in Bronze befindet sich im Musée Rodin in Paris. 1885 stellte Claudel zum ersten Mal aus. Ende 1885 machte Camille Claudel von dem Angebot Gebrauch, im Atelier Rodins zu arbeiten.

Die Beziehungen zwischen Claudel und Rodin waren in der ganzen Zeit schwierig. 1892 verließ sie das gemeinsame Atelier. Von 1893 an trennte Claudel Beruf und Alltag und beendete das Verhältnis mit Rodin. Fortan ging es ihr zunehmend schlechter. Um 1905 waren die Symptome einer psychischen Erkrankung, die zu ihrer Zeit als Paranoia bezeichnet wurde, offensichtlich. Diese schlug sich auch in ihrer physischen Verfassung nieder. Fortan zerstörte sie so systematisch jeden Sommer einen Großteil ihrer Werke. In ihrem Verfolgungswahn beschuldigte sie Rodin des Plagiats und einer Verschwörung. Im Laufe der Jahre verschlechterte sich ihr Zustand weiter. Nach dem Tod des Vaters, ihrem immerwährenden Unterstützer, beschlossen ihre Mutter und ihr Bruder, Camille in eine psychiatrische Anstalt einweisen zu lassen.

Camille Claudel verbrachte die letzten 30 Jahre ihres Lebens nahezu vergessen in psychiatrischen Anstalten, ohne ein weiteres Werk geschaffen und ohne je wieder Erfolg gehabt zu haben. Sie starb am 19. Oktober 1943 in Montdevergues, Frankreich, an einem Schlaganfall, der ursächlich durch Unterernährung in der Anstalt entstanden war.

Erst mit der Eröffnung des „Musée Camille Claudel“, eines staatlichen Museums in Nogent-sur-Seine, wurde das Lebenswerk von Camille Claudel 74 Jahre nach ihrem Tod am 26. März 2017 gewürdigt. Es befindet sich 100 Kilometer südöstlich von Paris und ist in einer Stunde von Paris aus mit dem Zug erreichbar. Claudel verbrachte hier mit ihrer Familie einen Teil ihrer Mädchenjahre. Es beherbergt mit 39 Skulpturen aus Claudels Hand etwa die Hälfte der von ihr geschaffenen Werke.

Die Referentin, Marie Louise Borchers, ist pensionierte Lehrerin. Nach dem Ausscheiden aus dem Schuldienst hat sie zunächst kulturelle Stadtführungen angeboten. Jetzt bereiten ihr allerdings Vorträge vor ausgesuchtem Publikum mehr Freude, wobei sie sich insbesondere mit Biographien bedeutender Menschen aus der Vergangenheit beschäftigt. Marie Louise Borchers recherchiert akribisch und scheint förmlich in die Epoche ihrer Protagonisten zu versinken. So versucht sie, dem authentischen Leben dieser Persönlichkeiten möglichst nahe zu kommen.

La Vague (1897) – Die Welle – von Camille-Claudel, ausgestellt im Claudel-Raum des
Musée Rodin. Diese Skulptur gilt als eines ihrer Meisterwerke und wurde ursprünglich in
Gips ausgearbeitet sowie 1898 bis 1903 in mehreren Exemplaren in Onyx und Bronze
hergestellt.  Foto: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Lomita" target="_blank" rel="noopener">Lomita</a>,
<em>La Vague</em> von Camille Claudel (Musée Rodin),
<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener license">CC BY-SA 3.0</a>,
via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:L62_-_Mus%C3%A9e_Rodin_-_Camile_Claudel_-_La_Vague.JPG" target="_blank" rel="noopener">Wikimedia Commons</a>
La Vague (1897) – Die Welle – von Camille-Claudel, ausgestellt im Claudel-Raum des Musée Rodin. Diese Skulptur gilt als eines ihrer Meisterwerke und wurde ursprünglich in Gips ausgearbeitet sowie 1898 bis 1903 in mehreren Exemplaren in Onyx und Bronze hergestellt. Foto: Lomita, La Vague von Camille Claudel (Musée Rodin), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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