Oberbürgermeister Sören Link hat am Montag, 10. August, das neue Südbad an der Großenbaumer Allee in Großenbaum eröffnet. Vor dem Eingang stand die Schlange schon lange vor der Zeremonie um 13.15 Uhr, nach dem Schnitt durch das blaue Band strömten die ersten Badegäste in die Halle. Der Eintritt war an diesem Tag frei.
Link dankte den Mitgliedern des Rates, die das Geld für den Neubau freigegeben haben. „Über 50 Millionen Euro haben die freigegeben und wir haben sehr gut investiert, sehr gut verhandelt, sehr gut gearbeitet“, sagte er. Tatsächlich investiert die Stadt nach eigenen Angaben rund 33 Millionen Euro in den Neubau, finanziert vollständig aus eigenen Mitteln und deutlich unter den ursprünglichen Budget-Ansätzen. Unter den Gästen begrüßte Link Werner von Häfen, den stellvertretenden Vorsitzenden des Betriebsausschusses DuisburgSport, und Beate Lieske, die Bezirksbürgermeisterin für den Duisburger Süden. „Hier kann man schwimmen lernen und hier kann man einfach mal die Seele baumeln lassen“, sagte er.
Sportdezernent Martin Linne erinnerte an die vielen Jahre, die die Diskussion um ein neues Bad im Süden gedauert hat. „Denn die Bäder, die wir hatten, waren alle aus den Siebzigern“, sagte er. Wer zu Hause im Keller noch alte Haushaltsgeräte finde, wisse, wie weit deren Technik vom heutigen Stand entfernt sei, und bei Gebäude- und Schwimmbadtechnik verhalte es sich nicht anders. „An dieser Stelle haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und aus zwei in einem gebaut“, sagte Linne.


Der Bürgerbereich hat ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen und einer Breite von 12,50 Metern. Die Wassertiefe reicht von 90 Zentimetern am Einstieg bis 3,50 Meter unter der Sprunganlage, zu der ein Ein-Meter-Brett und eine Drei-Meter-Plattform gehören. Über dem Wasser hängt eine fünf Meter hohe Kletterwand, ins Becken führt ein barrierearmer Einstieg. Für die Kleinsten gibt es ein Planschbecken. Schulen und Vereine nutzen nebenan ein eigenes 25-Meter-Becken mit verstellbarem Hubboden und ein Lehrschwimmbecken, beide Bereiche haben eigene Eingänge, Duschen und Umkleiden. „Man kommt sich nicht ins Gehege, man nimmt sich aber gegenseitig wahr“, sagte Linne.

Die Wände rund um das Lehrschwimmbecken hat ein Graffitikünstler in mehreren Tagen gestaltet. Ein orangefarbenes Seepferdchen zieht sich über die volle Höhe, weitere Motive sollen nach und nach dazukommen. Auf dem Dach liegt außerdem eine 385 Quadratmeter große Terrasse mit Sonnenschirmen und Bänken, für ein Hallenbad eine Seltenheit. „Wenn man dann mal einen Augenblick Ruhe haben will, dann kann man jetzt zumindest im Sommerhalbjahr gut auf die Dachterrasse hinfliehen, sich in die Sonne legen und die Zeit genießen und dann sich später noch mal wieder ins Wasser stürzen“, sagte Linne.
Seinen Dank richtete Linne an Markus Farsch von DuisburgSport, der den Bau begleitet hat, an die Architekten von Planteam Ruhr aus Gelsenkirchen und an das Aachener Ingenieurbüro INCO, das die gesamte Haustechnik geplant hat. Christian von Schwartz und Jörn Kaluza vom Ingenieurbüro führten die Besucher anschließend über das Dach und in den Keller.

Das neue Südbad ersetzt zwei ältere Bäder, das frühere öffentliche Hallenbad Großenbaum und das vereinsbetriebene Hallenbad Wanheim, das mit dem Ende der Sommerferien seinen Betrieb einstellt. Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit seit Beginn der Rohbauarbeiten ist das Projekt abgeschlossen. „Das Gelände an der Großenbaumer Allee ist durch die angrenzende Wohnbebauung und die benachbarte Schule räumlich klar begrenzt. Dennoch ist es gelungen, die Wasserfläche gegenüber dem früheren Südbad um zwei zusätzliche Becken zu erweitern“, erklärt Johannes Michels, Betriebsleiter von DuisburgSport, in der Mitteilung der Stadt. Möglich wurde das, weil die Technik anders als im Bäderbau üblich zu großen Teilen in die oberen Gebäudebereiche wanderte. Für den laufenden Betrieb soll außerdem ein KI-gestütztes System fertiggestellt werden, das die Badeaufsicht bei der Beobachtung des Betriebs unterstützt.
Das Bad kommt ohne fossile Brennstoffe aus, die Wärme liefern zwei Wärmepumpen. Der Anschluss an die Nahwärme der benachbarten Schule bleibt als Reserve für die Spitzenlast bestehen. Auf Haupt- und Nebendach liegen 489 Photovoltaikmodule mit einer Leistung von 220 Kilowatt Peak, sie decken etwa ein Viertel des Strombedarfs. Nach Angaben des Ingenieurbüros gehört das Südbad damit zu den zehn energieeffizientesten Bädern in Deutschland.
Damit die Wärmepumpen die Nachbarschaft nicht stören, haben die Planer einen ungewöhnlichen Weg gewählt. Statt die Geräte in Schallhauben zu verpacken, bauten sie die Rückkühler auf dem Dach viermal so groß. Die Ventilatoren drehen dadurch langsamer, Druckverlust und Geräusch sinken auf ein Sechzehntel. „Bei 300 Kilowatt Leistung hören Sie nichts“, sagte Jörn Kaluza vom Ingenieurbüro. Jeder der beiden Rückkühler wiegt etwa vier Tonnen.
Rund 50.000 Kubikmeter aufbereitete Luft strömen pro Stunde durch die Hallen, und zwar von oben nach unten. Dieses Prinzip hält die Verdunstung über der Wasseroberfläche klein und führt die Chlorverbindungen ab, die sich dicht über dem Becken sammeln. Bis zu 85 Prozent der Wärme holen Wärmetauscher aus der Abluft zurück, den Rest zieht eine weitere Wärmepumpe aus der Fortluft.
In den Becken stehen zusammen 1.877 Kubikmeter Wasser. Die Pumpen wälzen davon 550 Kubikmeter in der Stunde um, das entspricht etwa 60 Badewannen pro Minute. Gereinigt wird das Wasser über Flockung, Mehrschichtfiltration und Chlorung, 75 Prozent des Spülwassers gehen zurück in den Kreislauf. In den Sandfiltern liegen rund fünf Tonnen Quarzsand aus deutschen Flussablagerungen. „Ein Prinzip, das 200 Jahre alt ist, aber wenn man es jetzt nicht hätte, müsste man es dringend erfinden“, sagte Kaluza.
Auf der Dachterrasse bietet das Sportbildungswerk am Montag, 17. August, noch einmal Schnupperkurse an, von 16 bis 17 Uhr „Allover Workout“ und von 17 bis 18 Uhr „Yoga & Stretch“. Beide kosten 9 Euro inklusive Badeintritt und sind über die Webseite des Sportbildungswerks buchbar.






















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