Nach der bereits umjubelten Premiere zeigte auch die zweite Aufführung des geistlichen Musicals „Fünf Brote und zwei Fische“ am Sonntag, 30. November, dass der Kinder- und Jugendchor erneut zu Hochform auflief. Mit beeindruckender Präsenz, präzisem Spiel und starkem Chorklang begeisterten die jungen Darstellerinnen und Darsteller das zahlreich erschienene Publikum und bestätigten eindrucksvoll den Erfolg des neuen Werks der Wittlaerer Autoren Christoph Verhoeven (Komposition) und Gina Mayer (Text).
Wie schon am Premierenabend funktionierte das Zusammenspiel auf der Bühne wie am Schnürchen. Die Rollen waren typgerecht besetzt, die Spielfreude spürbar, die Auftritte wirkten leicht und selbstverständlich, als stünde die Gruppe seit Jahren regelmäßig auf großen Bühnen. Besonders hervorstach erneut die junge Rosalie von Dietze als Esther: selbstbewusst, skeptisch und unbeirrbar verkörperte sie das jüdische Mädchen, das sich weder von römischen Soldaten noch vom eigenen Bruder einschüchtern lässt. Ihr Solo „Ich weiß, was ich will“ geriet abermals zu einem musikalischen Höhepunkt, den sie mit großer Souveränität meisterte. Für charmante und heitere Momente sorgten Esthers kleine Schwester (Tess Reurik) sowie die römischen Soldaten in ihren prachtvollen Uniformen.

Musikalisch getragen wurde das Ensemble von der fünfköpfigen Combo um Hildegard Kaiser, Birgit Michalski, Michael Beck, Niky Bollmann und Christoph Verhoeven. Besonders Bollmann beeindruckte erneut mit einer fantasievollen Percussion-Gestaltung, die dem Stück seinen originellen Drive verlieh.
Regisseurin Friederike Betz, die seit 2009 eng mit dem Chor zusammenarbeitet, verlieh der Inszenierung auch bei der zweiten Vorstellung klare Struktur, eindrucksvolle Bilder und einprägsame Bewegungsabläufe. Unter ihrer Leitung wuchsen die Kinder und Jugendlichen erneut über sich hinaus – ein weiterer Höhepunkt ihrer langjährigen Zusammenarbeit.
Im Hintergrund hielt Chorleiterin Petra Verhoeven wie gewohnt unauffällig, aber äußerst souverän alle Fäden in der Hand. Seit vielen Jahren bietet sie jungen Menschen nicht nur eine fundierte chorische Ausbildung, sondern auch die Möglichkeit, schauspielerische Begabungen zu entdecken und weiterzuentwickeln. Der Enthusiasmus und die Hingabe, mit denen die Kinder und Jugendlichen auftreten, sind sichtbarer Ausdruck dieser nachhaltigen Arbeit. Jede Rolle – ob groß oder klein – trägt zum homogenen Gesamtklang und zur stimmigen Gesamtleistung bei.
Mit der zweiten Aufführung bestätigte der Kinder- und Jugendchor eindrucksvoll, wie viel künstlerisches Potenzial in ihm steckt. Das Publikum dankte es mit lang anhaltendem Applaus und darf sich auf die letzte Vorstellung freuen, die noch einmal Gelegenheit bietet, dieses besondere Musical zu genießen.
Walburga Lowinski-Richter

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