Auf einen Kaffee … mit Wolf Apel – Ein Leben für die Schreibkultur

BUZ Foto: cj
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Seit über 150 Jahren ist „Schreibwaren Max Apel“ eine Institution am Kaiserswerther Markt. Wer das Geschäft betritt, taucht ein in eine Welt, die Tradition und Wandel auf charmante Weise vereint. Inhaber Wolf Apel führt das Haus in dritter Generation – mit einer Leidenschaft, die weit über das Sortiment hinausgeht.

Es ist eine Seltenheit in der heutigen Zeit: Seit der Gründung im Jahr 1871 befindet sich das Geschäft ununterbrochen am selben Standort. Gegründet von Großvater Lorenz als Gemischtwarenladen, übernahm Wolf Apel das Ruder im Jahr 1965 – mit gerade einmal 21 Jahren – von seinem Vater Max. Damals war die Welt noch eine andere: „Früher lagerten die Waren in unzähligen Schubladen hinter der Theke. Wir mussten alles einzeln präsentieren“, erinnert sich der heute 80-Jährige.

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Mut zum Wandel

Der entscheidende Wendepunkt kam 1973. Gemeinsam mit seiner Frau Angelika traf er eine mutige Entscheidung: Die Drogerieartikel flogen aus dem Sortiment, und der Laden wurde auf Selbstbedienung umgestellt. Die Kunden sollten fortan selbst „schmökern“ dürfen. Dieser Schritt machte das Geschäft zu der Wundertüte, die es heute noch ist. „Handel ist Wandel – das war schon immer so“, betont Apel. Dass Stillstand für ihn ein Fremdwort ist, sieht man dem Sortiment an: Von edlen Schreibgeräten bis zu Spielzeug und Ansichtskarten bietet Apel noch viel – im Zweifel muss man einfach nachfragen.

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Eine Liebe, die alles veränderte

Fragt man Wolf Apel nach dem Moment, der sein Leben am meisten geprägt hat, muss er nicht lange überlegen: „Es war der Augenblick, als ich mich verliebte und meine Angelika heiratete.“ Sie war es, mit der er das Geschäft revolutionierte und die Jahrzehnte als perfektes Team meisterte. Auch wenn seine Frau vor zehn Jahren verstarb, ist ihre Handschrift im Laden noch immer präsent.

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Die tiefe Verwurzelung in seiner Heimat ist Apel anzumerken. Seine kostbarsten Kindheitserinnerungen führen ihn direkt an den Rhein: „Kaiserswerth ist die schönste Niederrheinlandschaft. Ob im Sommer in den Rheinwiesen oder im Winter beim Schlittenfahren am Deich – es war eine herrliche Zeit.“ Diese Bodenständigkeit ist es auch, die er sich von der nächsten Generation wünscht: „Ich hoffe, dass die Menschen nicht alles der KI überlassen, sondern Technik mit Bedacht und Verstand nutzen.“

Humor hinter der Fassade

Wer Wolf Apel im Laden begegnet, trifft auf einen Fachmann, der noch heute Füllfederhalter eigenhändig repariert. Doch hinter der professionellen Fassade steckt ein feiner Humor, den viele erst auf den zweiten Blick entdecken. „Meine Fröhlichkeit und mein Humor überraschen die Menschen oft, da ich im ersten Moment vielleicht nicht so rüberkomme“, sagt er. Und den Humor hat er trotz der heutigen Herausforderungen und des harten Kampfes nicht verloren. Denn Apel genießt trotz seiner 80 Jahre den täglichen Kundenkontakt und die treue Bindung zu den Kaiserswerthern. Nach über einem halben Jahrhundert hinter der Ladentheke ist Wolf Apel genau dort angekommen, wo er als Kind schon hinwollte. Er ist nicht Feuerwehrmann oder Polizist geworden, sondern das Gesicht eines Hauses, das Geschichte schreibt.

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