Naturverbunden, herzlich, bodenständig – so lässt sich Revierförster Klaus Weinem am besten beschreiben. Der 57-Jährige trägt die Verantwortung für rund 1.700 Hektar Wald – eine Fläche, so groß wie 2.300 Fußballfelder. Über seine tiefe Verwurzelung in der Region und seine Hobbys berichtet er im Interview.
Wer sind Sie – in einem Satz?
Ich bin Partner, Vater einer Tochter, Hundebesitzer und mit Leib und Seele Förster.
Was verbindet Sie mit Ihrem Stadtteil – und was würde Ihnen fehlen, wenn Sie wegziehen müssten?
Ich bin als Förster bei der gräfliche Familie Spee beschäftigt. Meine Ausbildung habe ich am 1. August 1985 hier gestartet und bin nun über 40 Jahre für die Wälder zwischen Mülheim, Ratingen, Duisburg und Düsseldorf zuständig. Zugleich kümmere ich mich um den Rhododendron Park am Schloss und den gräflichen Park. Die Landschaft hier ist so einzigartig schön, dass ich mir schlicht nicht vorstellen kann, woanders zu leben oder zu arbeiten.
Welche Facette an Ihnen überrascht andere am meisten?
Ich habe seit vielen Jahren eine Motorfluglizenz, was wohl nicht jeder hat. Und ich besitze zwei Greifvögel: einen Wüstenbussard, im Englischen bekannt als Harris’s Hawk, und einen Habicht, mit dem ich auf Beizjagd gehe, da ich auch einen Falknerjagdschein besitze.
Wenn Sie an Ihre Kindheit denken – welches Bild taucht zuerst auf?
Sehr behütet in Mülheim aufgewachsen, war ich schon damals naturverbunden, da meine Eltern einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb führten. Ich hatte das große Glück, ein eigenes Welsh-D-Pony namens „Pitt“ zu bekommen. 20 Jahre lang war ich begeisterter Reiter.
Was wollten Sie als Kind einmal werden – und was ist daraus geworden?
Tatsächlich war mein erster Berufswunsch, an den ich mich erinnern kann, Förster. Ein Freund meines Vaters übte diesen Beruf aus und mir gefiel seine Arbeit und das viele Draußensein. Und genau das ist aus mir geworden!
Was begeistert Sie an dem, was Sie heute tun – beruflich oder privat?
Mich begeistert nach wie vor die tiefe Verbundenheit mit der Natur und das Verständnis für gegenseitige Rücksichtnahme. Deswegen schmerzt es mich, wenn ich unangeleinte Hunde im Wald oder auf dem Feld sehe. Ob Rehe oder Hasen – sie leben dort und sollen sich wohlfühlen. Ein freilaufender, im schlimmsten Fall jagender Hund sorgt für Angst und Schrecken. Mein Wunsch ist hier ein respektvolles Miteinander.
Wenn Sie der Welt eine einzige Frage stellen könnten – welche wäre das?
Warum hat aus dem Zweiten Weltkrieg niemand gelernt, dass Kriege niemals eine gute Lösung sind?
Was wünschen Sie sich von der nächsten Generation?
Dass sie die Achtung vor der Natur niemals verliert.
Von wem würden Sie als Nächstes an dieser Stelle lesen?
Gerne von Burkhard Schütte.
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2 Kommentare
Lieber Herr Weinem,
ich stehe ganz auf Ihrer Seite, was die nicht angeleinten Hunde betrifft. Meine Hunde waren als Labradore niemals Jäger, sondern sind meinem Kommando gefolgt. Jetzt habe ich nur noch einen alten 16-jährigen Hund, der fängt und erschreckt nichts mehr. Das Niederwild hier geht durch die Landwirtschaft zurück. Die B8N hat einen ganzen Sprung Rehe von ihrem Marsch getrennt. Die Bewirtschaftung der Felder verhindert die natürliche Hasenpopulation. Wollen wir uns da über Hunde aufregen? Das können wir, und da bin ich auf Ihrer Seite, aber den Kern des Problems trifft es nicht.
Lieber Herr Weinem ich habe eine Frage in der Nacht zum Karfreitag war ich Zeuge wie ein junges Reh auf der Straße lag leicht verletzt so wie es aussah es war in der Höhe von der Haltestelle Am Mühlenacker Ersatz Haltestelle Fahrtrichtung Düsseldorf ich hatte das Tür von der Straße geholt die Polizei kam dazu und es wurde ein Jäger gerufen ich möchte gerne wissen ob sie für den Bereich zuständig sind und ob das Tier noch lebt mache mir große Sorgenum dieses Tier