Auf einen Kaffee mit… Gundi Schuster

Gundi Schuster ist das Herz des Hauses und sorgt in ihrem Café persönlich für eine familiäre Atmosphäre. Foto: cj
Gundi Schuster ist das Herz des Hauses und sorgt in ihrem Café persönlich für eine familiäre Atmosphäre. Foto: cj

Ein Gespräch über Leben, Stadt und Zwischenmenschliches mit Gundi Schuster. Seit 1990 lebt die gebürtige Bayerin in Kaiserswerth. Aufgewachsen in Selb im Fichtelgebirge hatte sie sehr früh den Wunsch, später einmal im Konditorbereich zu arbeiten. Dieser Wunsch ging in Erfüllung.

Wer sind Sie – in einem Satz?
Ich bin nicht nur Ehefrau und Mutter, sondern auch Geschäftsfrau. Bereits mit 26 Jahren habe ich mit meinem Mann zusammen begonnen, das Café Schuster zu führen.

Was verbindet Sie mit Ihrem Stadtteil – und was würde Ihnen fehlen, wenn Sie wegziehen müssten?
Es war für mich nicht einfach, aus Bayern ins Rheinland zu ziehen. Aber der alte Meisterkreis hat es mir leicht gemacht und stets das Gefühl gegeben, dazuzugehören. An Kaiserswerth selbst schätze ich die nachbarschaftliche Nähe, den ganz persönlichen Herzschlag, den der Ort hier hat. Das würde mir auf jeden Fall fehlen. Wahrscheinlich mag ich das Dörfliche so sehr, weil ich genauso aufgewachsen bin: In Selb im Fichtelgebirge, wo wir zwei Kilometer in die nächstgrößere Stadt laufen mussten.

Welche Facette an Ihnen überrascht andere am meisten?
Da ich eher ruhig und still wirke, kommt auf Anhieb niemand darauf, dass ich im Hintergrund sehr gerne und viel agiere und mich engagiere, weil es mir sehr wichtig ist, dass niemand vergessen wird und jeder auf jeden achtet.

Wenn Sie an Ihre Kindheit denken – welches Bild taucht zuerst auf?
Wie wir Kinder zwei Kilometer in die nächste Stadt laufen mussten und dabei an einem Tante-Emma-Laden vorbeikamen, der auch eine kleine Bäckerei hatte. Und dieser Bäcker bekam das Mehl von der Mühle geliefert, der mein Vater wiederum das Getreide brachte. Und wenn ich dort hineinging, hat der Bäcker stets zu mir gesagt, dass es heute wieder Brötchen von unserem Getreide gibt. Das hat mich ganz stolz gemacht. Gleichzeitig fand ich es total beeindruckend, diese ganze Wertschöpfungskette zu sehen. Diese kleine Bäckerei hat es mir angetan und mein Leben geprägt – deswegen habe ich sie oft vor Augen.

Was wollten Sie als Kind einmal werden – und was ist daraus geworden?
Bereits im Grundschulalter war mir ziemlich klar, dass ich einmal irgendetwas im Bereich Konditorei machen möchte. Und nach der Schule habe ich auch erst eine Ausbildung in diesem Bereich gemacht. Dann war ich ein Jahr am Tegernsee und ein Jahr in Garmisch tätig, bevor es weiter nach München ging, und ich dort parallel zur Meisterschule ging. In der Zeit lernte ich meinen Mann Christian kennen und lieben. Erst nach einem Jahr stellte sich heraus, dass seine Eltern ein Café betrieben. Das war dann Schicksal.

Was begeistert Sie an dem, was Sie heute tun – beruflich oder privat?
Ich mag es, dass ich selbstständig agieren kann. Ich bin mir heute sicher, wenn ich den Christian nicht kennengelernt hätte, hätte ich früher oder später auch mein eigenes Café eröffnet. Ich mag die Selbstständigkeit. Und wenn unsere Kunden glücklicher herausgehen, als sie reingekommen sind.

Gab es einen Wendepunkt in Ihrem Leben, der alles auf den Kopf gestellt hat?
Auf den Kopf gestellt nicht direkt, aber durch meinen Mann ist mein Traum halt schneller in Erfüllung gegangen, als ich es gedacht hätte.

Wenn Sie der Welt eine einzige Frage stellen könnten – welche wäre das?
Wann begreifen die Menschen, dass ein friedvolles Miteinander so viel schöner ist als jede Form von Streit?

Von wem würden Sie als Nächstes an dieser Stelle lesen?
Max Apel – ich schätze, mit wie viel Herz er seinen besonderen, einmaligen Laden führt.

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