Angermunds Handwerk und Handel startet durch

Vanessa Zelletta, Susanne Kortschik, Werner Günters, Ferdi Wolff, Jörg Tewes, Vincenzo Curatolo, Thomas Schnalke und Ivonne Kaufmann trafen sich, um den Nikolausmarkt zu planen. Foto: cj
Vanessa Zelletta, Susanne Kortschik, Werner Günters, Ferdi Wolff, Jörg Tewes, Vincenzo Curatolo, Thomas Schnalke und Ivonne Kaufmann trafen sich, um den Nikolausmarkt zu planen. Foto: cj

Es war eine Krise, die das Angermunder Ortsleben hätte nachhaltig verändern können. Im Mai dieses Jahres stand der Verein „Handwerk und Handel in Angermund“ vor dem Aus. Die geringe Besetzung des Vorstands – „zuletzt waren wir nur noch zu dritt“, so der Vorsitzende Ferdi Wolff – führte dazu, dass bei einer Versammlung über die sofortige Auflösung diskutiert wurde.

Doch der Verein entschied sich gegen das schnelle Ende. Stattdessen beschloss man eine Verlängerung des Bestehens um ein halbes Jahr mit einem klaren Ziel: die strukturelle Öffnung und Neuausrichtung durch Einbindung engagierter Bürgerinnen und Bürger, die kein eigenes Gewerbe besitzen. Zunächst blieb der Vorstand in seiner bisherigen Besetzung im Amt, um die laufenden Aufgaben weiterzuführen. Die dringend benötigte personelle Verstärkung schien fern. Die entscheidende Wende kam durch einen Blick in die Vereinssatzung: Sie besagt, dass kein eigenes Gewerbe für die Arbeit im Vorstand erforderlich ist. Diese Erkenntnis öffnete die Tore für eine breitere Beteiligung. Mit dieser neuen Grundlage startete der Verein eine gezielte Werbeaktion, die Banner am Kreisverkehr in Angermund platzierte – mit großem Erfolg. Acht Interessierte meldeten sich umgehend, und sechs von ihnen haben ihre dauerhafte Mitarbeit zugesagt. Sie werden bei der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2026 für die unbesetzten Posten kandidieren. Die 1992 gegründete Interessengemeinschaft scheint somit gerettet und auf einem guten Weg in die Zukunft.

Unmittelbar nach der erfolgreichen Mitgliederwerbung nahm der „neue alte“ Verein eines seiner wichtigsten Projekte in Angriff: den Nikolausmarkt, der für alle Bürgerinnen und Bürger ein wunderbar fester Bestandteil des Ortes ist. Was für Besucher nach Selbstverständlichkeit aussieht, ist für die Organisatoren intensive Kleinarbeit. Erst müssen Interessenten für die Stände gesucht werden, dann folgt die Organisation: Wer steht wo? Sollten die Waffeln neben der Suppe stehen, ist zwischen der Wildwurst und der Bruderschaft noch ein Platz frei, und wie kommt der Marmeladenstand am besten zur Geltung? Und auf gar keinen Fall dürfen die Handtaschen neben dem Räucherlachs positioniert werden. Hinzu kommen die Wünsche der Händler: Lieber weiter vorne, eher bei den Getränken, nicht direkt vor der Kirche. Und wann kommt überhaupt der Nikolaus, und ist dieser schon gebrieft? Es liest sich vielleicht lustig, ist aber für die Initiatoren weit davon entfernt.

Die neue Energie und die Bereitschaft der Neumitglieder, sich sofort in ein solch komplexes Projekt zu stürzen, zeigen den Willen, „Handwerk und Handel“ aktiv und lebendig zu halten.

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Eine Antwort

  1. Glückwunsch & ToiToiToi, wäre sehr sehr traurig, wenn „im Dorf“ ( auch wenn ich weiter weg bin, immer noch meins ) es keinerlei Zusammenhalt und Ideenvielfalt mehr gibt. Finde es ebenso nachdenkenswert, warum gibt es keine Buchhandlung mehr ? War „damals“ die kleine Gemeinschaft wirklich besser ? als Vereine und Handel sprudelten vor Einsätzen und Einfällen.
    Schönes 1. AzvenzWochenende Peter-Uwe Sperber

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