Am Samstag, 27. Juni, war ein 41-jähriger Mann im Angermunder See ertrunken. NORDBOTE hatte darüber berichtet. Er ist leider nicht das erste Badeopfer dort.
Der See war vor der Eingemeindung nach Düsseldorf 1975 im Regionalplan NRW als Freizeitschwerpunkt ausgewiesen. Bei der Auskiesung wurde deswegen das Nordufer schon als flacher Sandstrand angelegt. Eine Treppe zur Liegewiese (heute eine Viehweide) oberhalb ist im Gebüsch versteckt noch vorhanden. Der breite Sandstrand bietet genug Platz mit flach abfallendem Zugang ins Wasser. Eine Aufsicht oder DLRG-Station gibt es weder hier noch an anderer Stelle am See.
Mehrere ertrunkene Menschen im See, aber auch lärmende und bis in die Wohngebiete randalierende, alkoholisierte Gruppen veranlassten ein Badeverbot durch die Stadt Düsseldorf. Der Rat der Stadt beschloss eine Nutzung zur „ruhigen Erholung“ und ließ 2004 das Ostufer mit Steinbrocken und dichtem Gebüsch, direkt am Ufer, so gestalten, dass ein Zugang ins Wasser sehr erschwert war. Da entsprechende Aufsicht beziehungsweise Kontrolle und Landschaftspflege fehlte, bauten sich Badelustige im Laufe der Jahre idyllische Terrassen, Lager-, Grill- und Badeplätze beziehungsweise Zugänge ins Wasser, teils unterhalb der angelegten Liegewiesen, aber auch abgelegen und romantisch an anderen Stellen und Buchten, rings um den See, erreichbar auf schmalen Trampelpfaden durch Wald und Gebüsch. Das Südufer ist besonders schwer zugänglich. Hier müssen sich Rettungsfahrzeuge tatsächlich erst eine Zufahrt schaffen.
Der Naturschutz gerät im Umfeld des Sees in den Hintergrund. Sichtbar tätig ist lediglich die Netzgesellschaft, welche den Baumbestand unter den Hochspannungsleitungen kurzhält. Der hier nicht heimische japanische Strauchknöterich (Kamtschatka-Knöterich) nimmt überhand. Ein Teil einer breit asphaltierten, ehemaligen Kiesabfuhrstraße entlang des Ostufers ist nicht entsiegelt.
Schwimmen und Baden im See wurde nicht konsequent unterbunden, lediglich Verbotsschilder wurden aufgestellt. Parkverstöße gegen das weiträumige Parkverbot wurden jedoch entsprechend der StVO geahndet. Temporär hatte sich eine Protestbewegung gegen den Versuch vom ehemaligen Oberbürgermeister Joachim Erwin gebildet, ein Badeverbot strikt und kontrolliert durchzusetzen.
Der Angermunder Surf Club richtete sich ein Vereinsgelände am Nordostufer mit Unterstützung der Stadt Düsseldorf ein. Sporttaucher nutzen den See ebenfalls. Sie beklagen aber den weiten Anmarsch mit ihrer schweren Ausrüstung, da es nahe am See keine Parkmöglichkeiten gäbe.
Für den anfallenden Müll stellt die Awista große Mülltonnen auf und fährt sie regelmäßig ab. Dennoch bleibt Müll im Gebüsch zurück, Grillzubehör und vereinzelt sogar Camping- und Gartenmöbel.
Den ersten Badetoten hatte es schon in den 1970er Jahren gegeben, als die Auskiesung am Südufer noch gar nicht beendet war. Eine Statistik, wie viele es inzwischen sind, gibt es nicht. Wegen der teilweise großen Tiefe und Kaltwasserströmungen ist Baden im See jedenfalls nicht nur verboten, sondern auch nicht zu empfehlen.

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