Vor rund einem Jahr setzte der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) den ersten Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt beim Ausbau der Anger. Ursprünglich war für diesen Abschnitt eine Bauzeit von 18 Monaten vorgesehen – inzwischen ist jedoch klar, dass sich die Arbeiten verzögern werden.
Der erste Bauabschnitt, der sich durch das gesamte Angermunder Stadtgebiet erstreckt, ist bereits abgeschlossen. Der zweite Abschnitt umfasst den 4,1 Kilometer langen Teil der Anger zwischen der Bahnlinie in Angermund und der A524 an der Stadtgrenze zu Duisburg. Das Projekt ist in mehrere Bau- und Teilabschnitte untergliedert. Ziel ist es, das Gewässer ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig den Hochwasserschutz zu verbessern – unter anderem durch die Verbreiterung des Flussbetts.
Kampfmittelräumung als Herausforderung
Bevor die eigentlichen Bauarbeiten beginnen konnten, musste nahezu das gesamte Baufeld durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf sondiert werden. Grund waren Luftbilder, die auf mögliche Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg hindeuteten.
Die Untersuchungen bestätigten diese Vermutung: In größerem Umfang als erwartet wurden mehrere Hundert Verdachtspunkte festgestellt. In den bisher untersuchten vier Teilabschnitten kamen dabei 58 Brandbomben sowie mehrere Kilogramm Munition zutage. Diese Funde sind jedoch deutlich kleiner dimensioniert als die Bomben, die in Innenstädten häufig zu großflächigen Sperrungen und Evakuierungen führen.
Die Räumung erweist sich als langwierig. Grund dafür sind sowohl die hohe Zahl an Verdachtsfällen als auch die schwierige Topografie: Erhebungen, Böschungen, Senken und insbesondere das Flussbett erfordern mühsame Handarbeit mit kleinem Gerät. Zudem konnten einzelne Flächen bislang nicht untersucht werden. Dort wird der Räumdienst die Bauarbeiten weiterhin begleiten.
Start der Arbeiten
Trotz der Verzögerungen rückt der Beginn der eigentlichen Bauarbeiten näher. Spaziergänger können bereits erste Aktivitäten beobachten: Die Baustelleneinrichtung ist im Gange, eine Behelfsbrücke wurde errichtet, um das Baufeld mit Fahrzeugen und Maschinen zu erreichen. Die bestehende Brücke an der Heltorfer Schlossallee bleibt jedoch unangetastet. Im Teilabschnitt sechs starten dann bald die Erdarbeiten zur Verbreiterung und Verlegung des Bachbetts. Da die Anger in diesem Bereich viel Sediment mitführt, wird zudem unterhalb der Eisenbahnlinie ein Sandfang gebaut. Dieser soll das Material gezielt zurückhalten, sodass es künftig einfacher entnommen werden kann.





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