40 Jahre Kiebitz: Bunte und fröhliche Geburtstagsfeier mit Staffelübergabe

Emre Yesilyurt (rechts) ist nun Kiebitz-Geschäftsführer. Er tritt die Nachfolge von Müjgan Bayur (links) an. Wie wertvoll und wichtig die Kiebitz-Arbeit ist, unterstrich Felix Henle, Vorsitzender des Vorstands der Peter Klöckner-Stiftung. Foto: sam
Emre Yesilyurt (rechts) ist nun Kiebitz-Geschäftsführer. Er tritt die Nachfolge von Müjgan Bayur (links) an. Wie wertvoll und wichtig die Kiebitz-Arbeit ist, unterstrich Felix Henle, Vorsitzender des Vorstands der Peter Klöckner-Stiftung. Foto: sam

Seit 40 Jahren baut das Internationale Jugend- und Kulturzentrum Kiebitz e.V. Brücken: Durch das Medium Kultur können eigene Fähigkeiten entdeckt werden. Es setzt Impulse für Respekt, Toleranz und vorurteilsfreie Wertschätzung. Der neugierige Vogel fliegt jetzt unter neuer Leitung, denn nach 32 Jahren gab Geschäftsführerin Müjgan Bayur ihre Aufgaben während der Geburtstagsfeier offiziell in die Hände von Emre Yesilyurt. Es war ein bewegender Moment, als Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link sie aus dem Dienst verabschiedete. Auch Bärbel Bas, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, lobte ihr Engagement und die damit verbundene erfolgreiche Arbeit.

Es war keineswegs ein langweiliger Festakt mit endlosen Reden: Vor 170 geladenen Gästen, darunter auch die Beigeordneten Linda Wagner und Michael Rüscher sowie Bürgermeisterin Edeltraut Klabuhn, präsentierte sich das Kiebitz mit einem bunten Programm, in dem die Vielfalt des Hauses beeindruckend und fröhlich zur Geltung kam. Musikalische Beiträge von Florence Mankenda & Tarik Mujadizic sowie aus dem Projekt „Musik ohne Grenzen“ sorgten genauso für Kurzweil wie ein Ausschnitt des aktuellen Stücks der „Kiebitz inklusiven Theatergruppe“ (KiT) und eine Tanzchoreografie von Yasha Wang. Wie nachhaltig die Kiebitz-Projekte wirken, verrieten engagierte Lehrerinnen und Teilnehmerinnen in einem Talk mit Moderatorin Asli Sevindim, die seit vielen Jahren eng mit dem Kiebitz verbunden ist und selbst Teilnehmerin des ersten internationalen Theateraustausches war: „Interkulturelle Bildung hat hier wirklich stattgefunden.“ „Schüler, die im Unterricht schüchtern waren, übernahmen Hauptrollen.“ „Momente, die man nicht vergisst.“ „Die Schüler sind durch die Theaterarbeit beseelt und stolz.“ „Die Teilnehmer sind hier einen Meter größer geworden.“ „Die Eltern waren überrascht, wie die Mitwirkenden hier aufgeblüht und selbstbewusster geworden sind.“ Die Moderatorin fasste für die Gäste zusammen: „So geht Nachhaltigkeit. Evaluationen können Sie sich sparen.“

Zahlreiche Vertreter aus der Politik und Verwaltung begleiteten die Geburtstagsfeier sowie den Abschied der bisherigen Kiebitz-Geschäftsführerin, darunter auch Bundessozialministerin Bärbel Bas (vorne, dritte von rechts) und Oberbürgermeister Sören Link (2. von rechts). Foto: sam
Zahlreiche Vertreter aus der Politik und Verwaltung begleiteten die Geburtstagsfeier sowie den Abschied der bisherigen Kiebitz-Geschäftsführerin, darunter auch Bundessozialministerin Bärbel Bas (vorne, dritte von rechts) und Oberbürgermeister Sören Link (2. von rechts). Foto: sam

Doch ohne Reden ging es bei dieser Veranstaltung natürlich nicht. Oberbürgermeister Link lobte die engagierte Arbeit im Kiebitz, deren Strahlkraft weit über die Stadtgrenze hinausreiche. Ein Aushängeschild seien die Marxloher Theatertage (MTT), lebendig und zukunftsweisend. Bemerkenswert sei der internationale Theateraustausch gewesen, bei dem Jugendliche aus fünf Ländern – darunter auch Israelis und Palästinenser – auf einer Bühne gestanden und ein Stück inszeniert hätten. Bei KiT würden individuelle Fähigkeiten herausgestellt und soziale Barrieren abgebaut. „Das ist großartig und wichtig.“ Die Nominierung für den deutschen Engagementspreis zeige, dass es für die Stadt Duisburg wichtig sei, in den Kiebitz-Neubau zu investieren.

Improvisationskünstlerin Jitka Brick verkörperte beim Jubiläum die Zahl 40 und war selbstverständlich auch dabei, als die Geburtstagstorte angeschnitten wurde. Auch Müjgan Bayur (Mitte) und Ilknur Karakadilar freuten sich. Foto: sam
Improvisationskünstlerin Jitka Brick verkörperte beim Jubiläum die Zahl 40 und war selbstverständlich auch dabei, als die Geburtstagstorte angeschnitten wurde. Auch Müjgan Bayur (Mitte) und Ilknur Karakadilar freuten sich. Foto: sam

Bundesozialministerin Bärbel Bas nannte die Kiebitz-Arbeit einen „unverzichtbaren Beitrag“. Auf kreative Weise biete das Kiebitz neue Kommunikationsprozesse an, stets begleitet von professionellen Künstlerinnen und Künstlern. So könnten feste Denkmuster aufgelöst werden. Sie dankte den Förderern: allen voran der Peter Klöckner-Stiftung, die seit Beginn den finanziellen Grundstock übernimmt, Stichting Horizon, der Stadt Duisburg und zahlreichen großen und kleinen Förderern. Mit der Stärke des Kiebitz-Vereins werde es dem Jugend- und Kulturzentrum gelingen, die Arbeit in Containern während der Neubauphase zu meistern.

Felix Henle, Vorsitzender des Vorstands der Peter Klöckner-Stiftung, unterstrich: „Die Arbeit hier im Kiebitz ist wichtiger denn je.“ Im Jahr würden hier durchschnittlich 1.700 Teilnehmer die Angebote wahrnehmen. Müjgan Bayur habe das Kiebitz mit Wärme, Neugier für unterschiedliche Kulturen sowie Engagement und Erfahrenheit geführt. Seinen Dank an die nun ausscheidende Geschäftsführerin verknüpfte er mit dem Wunsch, die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihrem Nachfolger fortzuführen. Henle dankte weiterhin Kemal Demir für seine jahrzehntelange professionelle und wertvolle Arbeit im Bereich Theater, besonders in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen. Auch er geht nun in den Ruhestand. Der Vorstandsvorsitzende wandte sich an Ministerin Bärbel Bas: „Hier können Sie sehen, was in Duisburg-Marxloh seit vielen Jahren klappt.“

In ihrem Rückblick unterstrich Müjgan Bayur, dass es grenzenlose Möglichkeiten gebe, wenn man einander vertraut: „Im Kiebitz gibt es kein ‚geht nicht‘. Wenn die Sache richtig ist, findet sich ein Weg.“ In vier Jahrzehnten seien Respekt und Toleranz gelebter Alltag geworden. Kinder und Jugendliche seien nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart. Ein kreatives, künstlerisches Umfeld sei bestens geeignet, Impulse für ein beständiges Miteinander zu setzen: „Kiebitz schafft Raum für Begegnung: vorurteilsfrei, auf neutralem Boden, getragen von Offenheit, Neugier und gegenseitiger Wertschätzung.“

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