100-jähriges Flughafenjubiläum – der langwierige Weg zum Linienluftverkehr

Fritz Schlüter mit Farman-Doppeldecker im März 1911 auf dem Lohauser Flughafen. Quelle: Stadtarchiv Düsseldorf
Fritz Schlüter mit Farman-Doppeldecker im März 1911 auf dem Lohauser Flughafen. Quelle: Stadtarchiv Düsseldorf

Vor 115 Jahren, am 6. März 1911, startete erstmals ein Flugzeug auf dem Gelände der heutigen Flughafen Düsseldorf GmbH (DUS-International). Luftfahrtpioniere des Düsseldorfer Flugportclubs (heute Aero-Club) hatten den nördlichen Teil der Golzheimer Heide, damals ein Truppenübungsplatz, im Winter 1910/11 dafür hergerichtet. Ein Farman-Doppeldecker der Firma Aviatik in Mühlhausen/Elsass war per Eisenbahn nach Düsseldorf geliefert worden. Clubmitglied Fritz Schlüter wagte den ersten Start in Lohausen.

Pläne, noch vor Beginn des Weltkrieges 1914/18 einen Post- und dann auch Passagierverkehr mit Flugzeugen nach Köln-Butzweilerhof einzurichten, kamen nicht mehr zum Tragen. Ab 1913 wurde der Lohauser Platz zu einer militärischen Luftschiffbasis ausgebaut, unter Einbeziehung der für den Linien-Luftschiffsverkehr 1910 errichteten Halle in Stockum. Nach mehreren Havarien war der Luftschiffverkehr nach Stockum schon 1912 aufgegeben worden.

Nach dem Ersten Weltkrieg erlaubte die französische Besatzung zunächst keinen Luftverkehr in der neutralen (entmilitarisierten) Zone und im besetzten Ruhrgebiet. Die örtlichen Städte, Gemeinden und Wirtschaftsunternehmen hielten die Einbindung für zwingend und nicht aufschiebbar. Sie gründeten im Januar 1925 die Luftverkehr Ruhrgebiet AG (Lurag), um außerhalb bei Dorsten einen gemeinsamen Verkehrslandeplatz zu schaffen. Dieser ging mit der Bezeichnung „Flughafen Ruhrgebiet“ am 10. Mai 1925 in Betrieb und wurde mit Pkw-Shuttle an die Ruhrgebietsstädte angebunden.

Flugplan ab 5. Oktober 1925. Quelle: Anzeige in den Düsseldorfer Tageszeitungen
Flugplan ab 5. Oktober 1925. Quelle: Anzeige in den Düsseldorfer Tageszeitungen

Für Düsseldorf ging dieses Provisorium am 5. Oktober 1925 zu Ende. Die Lurag begann auf dem Platz in Lohausen mit Ganzmetallflugzeugen Junkers F 13 für vier Passagiere auf drei Linien täglich. Nach der Winterpause ab April setzte die im Januar 1926 gegründete Deutsche Luft Hansa AG den Linienluftverkehr mit erweitertem Flugplan und auch größerem Fluggerät fort. Die Deutsche Luft Hansa AG war eine Fusion deutscher regionaler Fluggesellschaften, auch der Lurag.

Eine förmliche Genehmigung des Reichsluftverkehrsministers als Verkehrslandeplatz erhielt Düsseldorf-Lohausen erst im Januar 1927. Bis dahin galt Lohausen als „Notflugplatz“. Praktisch fand der Luftverkehr statt, den die Alliierten und die lokalen Behörden duldeten. Nach umfangreichen Räum- und Planierungsarbeiten (Beseitigung von drei Luftschiffhallen-Betonfundamenten) gab es eine große Einweihungsfeier mit „Großflugtag“ am 16. Mai 1927. Die Flughafenbetriebsgesellschaft mbH, die heutige Flughafen Düsseldorf GmbH, wurde im September 1927 notariell beurkundet. Dieses ereignisreiche und bedeutende Jahr ist Grundlage für das Jubiläumsjahr von DUS-International im Jahr 2027. Es wird entsprechende Veranstaltungen geben. Die Vorbereitungen laufen bereits.

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